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Migrationsbericht : Zahl der Zuwanderer auf Höchststand seit 1995

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Zur Arbeit nach Deutschland: Das wirtschaftlich stabile Land zog 2012 so viele Zuwanderer an, wie schon lange nicht mehr. Bild: dpa

Ins wirtschaftlich stabile Deutschland zieht es immer mehr Zuwanderer: Im Jahr 2012 kamen so viele Menschen hierhin wie seit 1995 nicht mehr, besagt der neue Migrationsbericht der Bundesregierung.

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          Seit Januar gilt in der ganzen EU für Rumänen und Bulgaren die Arbeitnehmer-Freizügigkeit. Das hat die Debatte über Zuwanderung in Deutschland, insbesondere über Sozialleistungen für arbeitslose Zuwanderer in den vergangenen Tagen befeuert. Jetzt kommen neue statistische Zahlen zu dem Einwanderungsthema. Sie zeigen: Die Zahl der Zuwanderer nach Deutschland ist in der Tat gestiegen – die der Auswanderer aber auch.

          Die Aussagen stammen aus dem neuen Migrationsbericht der Bundesregierung, der an diesem Mittwoch vom Kabinett vorgestellt wurde. Demnach ist die Zahl der Zuwanderer nach Deutschland 2012 auf den höchsten Stand seit 1995 angestiegen. In dem Jahr registrierten die Behörden 1,08 Millionen Einwanderer, 2011 waren es noch 960.000.

          Auch die Zahl derjenigen, die Deutschland 2012 den Rücken kehrten, ist im Vergleich zum Vorjahr gestiegen und zwar um fünf Prozent: von 680.000 auf 712.000. Unterm Strich sind damit 370.000 Menschen mehr zugezogen als weggezogen. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) sagte dazu: „Wir alle wissen, dass Deutschland auch auf Fachkräfte aus dem Ausland angewiesen ist.“ Die Zahlen belegten, dass Deutschland für die Zuwanderung attraktiv sei und die Weichen für den Zuzug von Fachkräften richtig gestellt seien.

          Viele kamen aus den Krisenländern Südeuropas

          Vier von fünf Zuwanderern kamen dem Bericht zufolge aus Europa, mehr als zwei Drittel davon aus einem EU-Mitgliedstaat. Hauptherkunftsländer waren wie schon in den Vorjahren Polen, Rumänien, Bulgarien und Ungarn. Auch aus den Krisenländern Südeuropas, die unter hoher Arbeitslosigkeit leiden, zog es viele Menschen ins wirtschaftlich stabile Deutschland, vor allem aus Italien, Spanien und Griechenland.

          Die Zahl der Asylbewerber ist nach dem bereits veröffentlichten Bericht des Bundesamts für Migration 2012 um 41,1 Prozent gestiegen. Demnach hat sich die Zahl der Asylanträge auf knapp 65.000 erhöht. 2011 waren es noch knapp 46.000.

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