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Migration : Post-Beamte sollen über Asylanträge entscheiden

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Ein BAMF-Mitarbeiter registriert einen Flüchtling. Für die Asyl-Entscheidung allerdings gibt es noch zu wenige Mitarbeiter. Bild: dpa

Woher sollen all die Leute kommen, die über die Asylansprüche von Flüchtlingen entscheiden? Zum Beispiel von der Post. Wer zum Flüchtlings-Amt wechselt, soll eine Gehaltserhöhung bekommen.

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          Schon seit Monaten kommt das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) mit der Entscheidung über die Asylansprüche ankommender Migranten kaum hinterher. 770.000 Asylanträge sind noch unbearbeitet. Neue Stellen sind zwar vorgesehen, aber auch die werden nicht von heute auf morgen besetzt. 3500 Mitarbeiter hatte das Amt am Jahresende, im Mai sollen es 7300 sein.

          Jetzt soll offenbar die Deutsche Post mit 300 Asyl-Entscheider aushelfen. Die „Bild am Sonntag“ berichtet, in einer Rundmail würden Postbeamte aus dem gehobenen Dienst aufgerufen, für sechs bis zwölf Monate freiwillig zum BAMF zu wechseln.

          Ob die Anreize reichen? Die Post-Beamten bekommen eine Brutto-Zulage von 119,05 Euro monatlich. Im Gegenzug werden Konfliktfähigkeit und die Bereitschaft zum Schichtdienst zwischen 7 und 22 Uhr erwartet. Bevor die Postbeamten über Asylanträge entscheiden, bekommen sie eine Schulung im BAMF-Qualifizierungszentrum.

          Die ehemaligen Bundesbehörden Post und Telekom haben noch viele Beamte unter ihren Mitarbeitern. Nicht für alle gibt es immer eine sinnvolle Beschäftigung.

          Burkhard Lischka, innenpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, lobt die Aktion: "Es geht nicht um Postboten, sondern um Verwaltungsbeamte. Das ist nicht anrüchig“, sagte er der Zeitung. Entscheidend ist, dass ab Mai wirklich alle 7300 BAMF-Stellen und vor allem die 1800 Entscheider-Stellen besetzt sind. Nur so können die Asylverfahren endlich kürzer werden."

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