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Migration : Große Flüchtlingsstudie kommt auf den Weg

Flüchtlingslager in Hanau: Wer kommt da zu uns? Bild: dpa

Eine Million Flüchtlinge sind dieses Jahr nach Deutschland gekommen – aber wer da genau einreiste, weiß kaum jemand. Jetzt wollen Wissenschaftler und Bundesbeamte die fehlenden Daten sammeln.

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          Forscher und Bundesbeamte haben eine Initiative gestartet, die mehr Klarheit über Qualifikationen, Kenntnisse und Einstellungen der Flüchtlinge bringen soll.

          Patrick Bernau
          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft und „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Bisher sind die Daten über den Flüchtlingszustrom häufig unzuverlässig oder lückenhaft. Sind die Migranten gut qualifiziert? Haben sie Sprachkenntnisse? Akzeptieren sie westliche Werte? Darüber gibt es nur wenige zuverlässige Daten. Schließlich sind die schwer systematisch zu erheben.

          Nicht jeder Flüchtling ist überhaupt leicht zu finden. Personen repräsentativ auszuwählen, ist deshalb nur mit großem Aufwand möglich. Dazu kommen Sprachprobleme. Weil aber schon die Grundfragen kaum beantwortet werden können, lassen sich die Integrations- und Arbeitsmarktchancen der Flüchtlinge nur schwer schätzen.

          Erster Bericht bis Ende 2016

          Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), das Sozio-ökonomische Panel am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) und das Migrationsamt BAMF starten deshalb in diesen Tagen eine gemeinsame Flüchtlingsbefragung, um genauere Erkenntnisse zu bekommen.

          Bis Ende 2016 sollen mindestens 2000 Migranten ein erstes Mal befragt werden, die nötigen Dolmetscher sind dafür eingeplant. Die Umfrage soll dann unter diesen Teilnehmern jährlich wiederholt werden. Die Befragung umfasst allerdings nur registrierte Flüchtlinge. Nach Ansicht von IAB-Ökonom Herbert Brücker hat das den Vorteil, dass sich nach der Studie wenigstens für eine definierte Gruppe von Flüchtlingen repräsentative Aussagen treffen lassen.

          DIW-Ökonom Jürgen Schupp erwartet die ersten Ergebnisse aus einer Vorstudie im Frühjahr 2016, ein erster ausführlicher Bericht soll bis zum Jahresende vorliegen. Zudem planen die Forscher, die befragten Flüchtlinge in die Datenbank der großen jährlichen Umfrage des Sozio-ökonomischen Panels aufzunehmen, in der jährlich mehr als 20.000 Menschen nach ihren Lebensumständen gefragt werden.

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