https://www.faz.net/-gqe-8v3w1

Risiko Krankheitsausbreitung : Bill Gates warnt vor Millionen Toten durch Pandemie

  • Aktualisiert am

Bill Gates hat Microsoft mit gegründet und ist dadurch einer der reichsten Menschen der Welt geworden. Bild: EPA

Microsoft-Gründer Bill Gates sorgt sich um sein Heimatland, die Vereinigten Staaten. Angst hat er nicht nur vor einem Atomkrieg und den Folgen des Klimawandels.

          2 Min.

          Microsoft-Gründer Bill Gates (61) sorgt sich vor allem davor, dass sich Krankheiten über Kontinente hinweg ausbreiten. Auf eine Pandemie wie die Spanische Grippe nach dem Ersten Weltkrieg sei die Weltgemeinschaft am wenigsten vorbereitet, sagte er an diesem Dienstag im Deutschlandfunk. Auch vor einem Atomkrieg und den Folgen des Klimawandels habe er Angst.

          Beängstigt zeigte sich Gates auch angesichts der aktuellen politischen Entwicklungen in seinem Heimatland, den Vereinigten Staaten. Wichtig sei jetzt vor allem, den Wählern die Bedeutung internationaler Zusammenarbeit vor Augen zu führen. Der Erfolg transatlantischer Beziehungen der Vergangenheit sei extrem groß gewesen, auch wenn die Menschen dies oftmals aus dem Blick verloren hätten, betonte er.

          „Millionen Tote durch Pandemie“

          Unabdingbar sei auch die Zusammenarbeit in den Bereichen Entwicklungshilfe und Gesundheit. „Ich bin in Sorge, ob die Mittel für Forschung und Entwicklung für das Gesundheitswesen und die Entwicklungshilfe, die doch so viel Gutes bewirkt haben bei der Bekämpfung von HIV, und wo die Vereinigten Staaten sich als sehr großzügig bewiesen haben, ob das so weiter besteht“, sagte er.

          Mit Blick auf Pandemien erklärte Gates, der durch Microsoft zu einem der reichsten Menschen der Welt geworden ist: „Ich würde sagen, die höchste Wahrscheinlichkeit, in den kommenden Jahrzehnten Dutzende von zusätzlichen Millionen Toten zu erleben, kommt von einer Pandemie“, sagte Gates. Im Jahr 1918 hatte die Spanische Grippe mehr Menschen das Leben gekostet als der Erste Weltkrieg.

          Grundlegend für die Bekämpfung einer solchen Pandemie seien eine gute medizinische Grundversorgung und entsprechende Überwachung, erläuterte der Milliardär und Mäzen auch mit Blick auf den Ebola-Ausbruch in Westafrika. „Dann braucht man Forschung und Entwicklung für die neuen Werkzeuge, einschließlich diagnostischer Verfahren, neuer Medikamente und Impfstoffe. Das ist schon ein großer Teil der Lösung.“

          Notwendig seien auch ausreichendes medizinisches und militärisches Personal, um die Hilfe zur Anwendung zu bringen - auch unter instabilen Verhältnissen, wenn die Transportmöglichkeiten beeinträchtigt seien oder eine Panik ausbreche.

          In Westafrika war es in den Jahren 2014 und 2015 zum bisher größten Ebola-Ausbruch in der Geschichte gekommen. In den hauptsächlich betroffenen Ländern Guinea, Liberia und Sierra Leone erkrankten mehr als 28.000 Menschen, mehr als 11.000 starben. Die Bill & Melinda Gates Foundation ist mit rund 40 Milliarden Dollar die vermögendste Privatstiftung der Welt. Sie vergibt jährlich ungefähr vier Milliarden Euro Fördermittel für Projekte und Forschung zur Armuts- und Hungerbekämpfung, Landwirtschaft und Gesundheit.

          Weitere Themen

          Die Frühwarner

          FAZ Plus Artikel: Corona-Pandemie : Die Frühwarner

          Bill Gates und Nassim Nicholas Taleb haben gewusst, was durch eine Pandemie droht, wie wir sie nun erleben. Sie haben die Anfälligkeiten unserer Gesellschaft und Wirtschaft klar benannt. Warum hat keiner auf sie gehört?

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.