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Parteitag der Demokraten : Milliardär Bloomberg knöpft sich Milliardär Trump vor

  • Aktualisiert am

Hat auch schon überlegt, ob er selbst Präsident werden sollte: der frühere New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg Bild: AFP

Der frühere New Yorker Bürgermeister nennt den republikanischen Präsidentschaftskandidaten einen Betrüger. Und erklärt, wieso nur Hillary Clinton die richtige Wahl im November sei.

          „Trump ist eine risikoreiche, rücksichtslose und radikale Wahl. Und wir können es uns nicht leisten, diese Wahl zu treffen.“ Das waren noch die eher sanften Sätze, die der frühere New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg während seiner Rede auf dem  Parteitag der Demokraten in Philadelphia in Richtung des republikanischen Präsidentschaftsbewerbers schickte.

          Bloomberg machte klar, dass er sich nun nur eine Präsidentin Hillary Clinton als Nachfolgerin für Barack Obama im Weißen Haus vorstellen könne. Seine Unterstützung dürfte der früheren Außenministerin und ehemaligen First Lady weitere und dringend nötige Sympathien einbringen, denn: Bloomberg ist zwar vor allem in New York selbst sehr prominent. Er hat allerdings einen guten Ruf und ist nicht traditionell auf eine der beiden großen amerikanischen Parteien festgelegt; er hat schon mit beiden angebandelt.

          „Das ist kein Reality-TV, das ist die Realität“

          Bevor er im Jahr 2001 nur wenige Wochen nach den Terroranschlägen des 11. September Bürgermeister der Weltstadt an der Ostküste wurde, stand Bloomberg den Demokraten nahe. Für seine Wahl wechselte er dann zu den Republikanern, wurde im Jahr 2005 wieder gewählt und verließ zwei Jahre später die „Grand Old Party“. Wenn er, der außerdem den gleichnamigen Finanzdienst gründete und bis heute leitet und dadurch in die Gruppe der reichsten Amerikaner aufstieg, nun für Hillary Clinton wirbt, dann heißt das schon etwas. Zumal es während des Vorwahlkampfes immer mal wieder hieß, Bloomberg könne selbst antreten als unabhängiger Kandidat - um aus seiner Sicht Schlimmes zu verhindern.

          Dazu zählt ein Präsident Donald Trump. Mit Blick auf den Immobilien-Milliardär sagte Bloomberg nun: „Ich habe ein Geschäft gegründet. Und ich habe dafür keinen Millionen-Dollar-Scheck von meinem Vater bekommen.“ Damit spielte er darauf an, dass Trump zwar viel Vermögen aufgebaut hat, aber durch ein entsprechendes Erbe schon als sehr reicher Mann begann. „Ich bin ein New Yorker“, so Bloomberg schließlich, „und New Yorker erkennen einen Betrüger wenn sie ihn sehen“.

          Seine amerikanischen Landsleute rief er schließlich dazu auf, im November für die Demokratin Clinton zu stimmen: „Für mich geht es in dieser Wahl nicht darum, zwischen einem Demokraten und einem Republikaner zu entscheiden. Es ist eine Wahl darüber, wer jetzt gerade besser dafür geeignet ist, unser Land zu führen: Besser für unsere Wirtschaft, besser für unsere Sicherheit, besser für unsere Freiheit, besser für unsere Zukunft. Meiner Ansicht nach gibt es keinen Zweifel, dass dies im November Hillary Clinton ist.“

          Ganz ohne Kritik auch an der demokratischen Bewerberin beließ es Bloomberg während seiner Rede allerdings auch nicht. „Ich weiß, dass Hillary Clinton nicht fehlerlos ist; kein Kandidat ist das. Aber sie ist die richtige Entscheidung - die verantwortliche Entscheidung - in dieser Wahl.“ Und er warb für sie  schlussendlich auch so: „Unabhängig davon, was Sie von ihrer Politik halten oder ihren bisherigen Leistungen, Hillary Clinton versteht, dass das kein Reality-TV ist; das ist die Realität. Sie versteht, was es bedeutet, Präsidentin zu sein.“

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