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Merkels wichtigster Minister : Europas Kassenwart

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Wolfgang Schäuble Bild: dpa

Wolfgang Schäuble ist mehr als Merkels Finanzminister. Für die gesamte Währungsunion trifft er maßgebliche Entscheidungen. Europa ist sein Anliegen.

          Wolfgang Schäuble ist Angela Merkels wichtigster Minister. Er kümmert sich nicht bloß um Deutschlands Staatsfinanzen, was schon alleine ein Vollzeitjob ist. Zugleich gehört zu den wichtigen Entscheidern, die ganz wesentlich die Europäische Währungsunion durch ihre bisher größte Krise steuern.

          Gerade erst lud er die maßgeblichen Entscheider aus anderen Euroländern, der Europäischen Zentralbank und der EU-Kommission nach Berlin ein und debattierte die Bankenunion. Wenige Tage später schafften die EU-Finanzminister dann tatsächlich einen grundsätzlichen Durchbruch in der Frage, wie künftig mit umkippenden Geldhäusern umgegangen werden wird (die Stichworte hierzu heißen Abwicklungsfonds und Haftungskaskade).

          Für Europas (weitere) Integration zu streiten ist ihm eine Herzensangelegenheit. Im Kabinett Merkel gilt er mitunter als „letzter Europäer“ - was wesentlich daran liegt, dass er ein bis zwei Generationen älter ist als viele andere Minister.

          So lange wie er saß noch keiner im Bundestag

          Sein unermüdlicher Einsatz für den Kontinent ist nicht zu übersehen: Sonst hätte er sich nicht in den zurückliegenden Jahren die gefühlt unzähligen Verhandlungsnächte in Brüssel antun müssen. Er hätte darauf verzichten können, persönlich auszusagen in der mündlichen Verhandlung des Bundesverfassungsgerichts über den Eurorettungsfonds ESM und die Politik der Europäischen Zentralbank. Und er hätte auch nicht in diesem Sommer nach Griechenland reisen müssen, das Land, das am stärksten unter der Krise leidet. Das sind nur wenige Beispiele. Er hat all das getan. Und wird es, wie sich nun zeigt, weiter tun.

          Wolfgang Schäuble ist Vollblutpolitiker und das schon seit Jahrzehnten. Er führte die Unions-Fraktion im Bundestag, war Innenminister unter Helmut Kohl - damals handelte er unter anderem den Vertrag zur deutschen Einheit aus - und im ersten Kabinett Merkel. Seit dem Jahr 2009 führt er das Finanzressort.

          Zum ersten Mal in den Deutschen Bundestag direkt gewählt wurde der CDU-Politiker schon am 19. November 1972. Durch seine gerade erfolgte abermalige Wiederwahl gehört er dem Parlament nun solange an wie keiner vor ihm.

          Heute prägt er die Politik Deutschlands wie kaum ein anderer. Das liegt auch an den vielen weitreichenden Entscheidungen, die er gerade auch in europapolitischen Fragen mit auf den Weg gebracht hat. Es ist davon unabhängig aber alleine schon imponierend, dass da ein Mann, der im September seinen 71. Geburtstag feierte und der seit mehr als zwanzig Jahren im Rollstuhl sitzt, dieses Arbeitspensum absolviert. Beinahe wie Hohn wirkt da der Plan der schwarz-roten Koalitionäre, die abschlagsfreie „Rente mit 63“ für gesunde Menschen zu ermöglichen.

          Es dürfte dieses Gesamtbild des gebürtigen Freiburgers sein, das die Bürger dieses Landes vielfach anerkennen und schätzen. In Beliebtheits-Umfragen landet Schäuble regelmäßig auf den vorderen Plätzen. Nicht nur für einen Finanzminister ist das alles andere als eine Selbstverständlichkeit.

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