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Medizinische Versorgung : Hausärzte finden oft keinen Nachfolger

  • Aktualisiert am

Deutschland profitiert von eingewanderten Fachkräften Bild: Greser & Lenz

Ein Viertel der niedergelassenen Ärzte ist bereits über 60 Jahre alt. Die meisten von ihnen haben noch keinen Nachfolger gefunden. Vor allem auf dem Land wird das ein großes Problem.

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          Etwa jeder vierte Haus- und Facharzt plant, in den nächsten fünf Jahren seine Praxis aufzugeben. Zu diesem Ergebnis kommt der Ärztemonitor 2014, den die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) am Freitag in Berlin vorgestellte. Nach der Umfrage unter rund 10.000 ambulant tätigen Ärzten und Psychotherapeuten haben 23 Prozent der Befragten vor, bis zum Jahr 2020 ihre Praxis abzugeben.

          Dabei haben die meisten Ärzte Schwierigkeiten, einen Nachfolger zu finden. Dadurch droht in naher Zukunft eine Verschärfung des Ärztemangels, der vor allem in ländlichen Regionen zu Versorgungslücken führt. 58 Prozent der befragten Ärzte gaben an, sie hätten noch keinen Nachfolger für ihre Praxis gefunden. Drei Viertel halten die Suche nach einem Nachfolger für schwierig.

          Die wachsenden Probleme beim Weiterverkauf einer Praxis haben auch Folgen für die Altersversorgung der freiberuflich tätigen niedergelassenen Ärzte: Rund drei Viertel der Mediziner gaben an, dass die Praxis ihre Funktion als Altersvorsorge für sie verloren habe.

          Der Vorstandsvorsitzende der KBV, Andreas Gassen, bezeichnete die Entwicklung als Skandal. Es dürfe nicht sein, dass eine freie Berufsgruppe am Ende ihres Arbeitslebens nicht abgesichert sei. An den telefonischen Interviews, die von Februar bis Mai diesen Jahres durchgeführt wurden, beteiligten sich rund 10.000 niedergelassene Ärzte.

          Zudem beklagten die Ärzte laut Studie eine Überlastung. Bei einer persönlichen Arbeitsbelastung von durchschnittlich 54 Arbeitsstunden bei täglich 45 behandelten Patienten fehle rund 66 Prozent der Befragten ausreichend Zeit für den Patienten, erklärte der Bundesvorsitzende des NAV-Virchow-Bundes, Dirk Heinrich. Deshalb wünschten sich rund 67 Prozent der Ärzte, ihre Arbeitszeit zu reduzieren. Dies entspreche gesellschaftlichen Tendenzen, sei aber auch Ergebnis der politischen Rahmenbedingungen. Die Generation Selbstausbeutung werde damit in Kürze der Vergangenheit angehören.

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