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Mark Carney : Webdesigner legt britischen Notenbankchef rein

  • Aktualisiert am

Mark Carney ist Chef der britischen Notenbank. Bild: Reuters

Vorsicht vor E-Mails von Bekannten: Ein Brite hat sich Mail-Adressen eingerichtet und gleich zwei wichtige Personen in der britischen Finanzwelt hereingelegt. Einer plauderte sogar Unangenehmes über einen Vorgänger aus.

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          Mark Carney ist Chef der britischen Notenbank. Wie für Währungshüter üblich, gibt er sich öffentlich verschlossen. Ein unbedachtes Wort aus seinem Mund kann echtes Geld kosten. Außerdem hängt das Vertrauen in eine Zentralbank nicht zuletzt von der Integrität und Ernsthaftigkeit ihrer Führung ab.

          Gleich in doppelter Hinsicht pikant ist darum nun ein Mailwechsel, in dem sich Carney auch über einen seiner Vorgänger äußerte und den die Zeitung „Financial Times“ auf ihrer Internetseite veröffentlicht hat. „Ich würde den Martini trinken und gleich noch zwei weitere bestellen“, beantwortete Carney die E-Mail eines Kollegen. Und fügte hinzu: „Augenscheinlich war das Eddie Georges tägliche Dosis...vor dem Mittagessen.“ Edward „Eddie“ George war Gouverneur der Bank of England in den Jahren von 1993 bis 2003, er starb sechs Jahre später.

          Schon der zweite Fall

          Während diese Passage wenig rühmlich für das Verhalten an der Spitze dieser wichtigen britischen Institution ist, dürfte mindestens ebenso brisant sein, wie es überhaupt zu diesem Mailwechsel kam: Einem britischen Webdesigner ist nämlich laut dem Bericht gelungen, sich fälschlicherweise als Anthony Habgood auszugeben. Der echte Träger dieses Namens ist eine ranghoher Kollege Carneys in der Notenbank.

          In der Mail, mit der der Webdesigner Carney ursprünglich anschrieb, stellte er fest, dass Jane Austin auf dem neuen Zehn-Pfund-Schein wirke, als habe sie einen „belebenden Martini“ getrunken. Darauf antwortete Carney dann mit seinem heiteren Hinweis. Der Mail-Wechsel geht dann noch eine Weile hin und her – mit eher wenig bedeutendem Inhalt.

          Als der Webdesigner aber mit einem frauenfeindlichen Spruch versuchte, Carney aus der Reserve zu locken, widersprach Carney. Der angebliche Anthony Habgood erzählte, er stelle für eine Sommerparty einige schöne Frauen hinter die Bar und positioniere die Gläser extra tief, damit man ihre Pos besser bewundern könne. Darauf antwortete Carney, das sei überhaupt nicht angemessen.

          Betrug per Hotmail-Adresse

          Für seinen digitalen „Telefonstreich“ richtete sich der Betrüger eine Hotmail-Adresse mit Habgoods Namen ein und schrieb mit dieser Carney an. Ein Sprecher der Bank of England bestätigte nach Angaben der „Financial Times“ den Mail-Wechsel. Stellung bezog die Notenbank dazu allerdings nicht.

          Tatsächlich ist dies schon der zweite Fall, in dem der Webdesigner, bei dem es sich um einen 38 Jahre alten Mann aus Manchester handeln soll, eine wichtige Person aus der britischen Finanzwelt herein gelegt hat. Zuvor schrieb er erfolgreich den Chef der Großbank Barclays Jes Staley an und gab sich dafür als Vorstandskollege aus. Das Geldhaus hat mittlerweile darauf reagiert und offenbar zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen getroffen für E-Mails.

          Ob der Mail-Betrüger vorhat, einen weiteren Versuch zu unternehmen, scheint indes fraglich. „Nach dieser Sache bin ich wahrscheinlich aus dem Geschäft“, sagte er gegenüber der „Financial Times“. Niemand werde noch darauf hereinfallen. Mal sehen.

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