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Manager-Gehälter in Europa : 3500 Banker verdienen über eine Million Euro

  • Aktualisiert am

In der „City of London“ wird gut verdient: Die mit Abstand meisten Spitzenverdiener unter Europas Bankern arbeiten in Großbritannien. Bild: Fricke, Helmut

Eine neue Statistik der EU-Bankenaufsicht offenbart, wie viele Bankangestellte in Europa im vergangenen Jahr über eine Million Euro verdient haben. In Großbritannien waren es 2700, in Deutschland nur 200.

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          Die Zahl der Einkommens-Millionäre unter den Bankern in Europa steigt. 3529 Banker in Europa verdienten im vergangenen Jahr mehr als eine Million Euro. Das sind elf Prozent mehr als 2011, wie aus einer Erhebung der EU-Bankenaufsicht EBA hervorgeht. Mehr als drei Viertel von ihnen - 2714 - arbeiten in Großbritannien mit seiner Investmentbank-Metropole London.

          In Deutschland sind es gerade einmal 211, das ist ein Viertel mehr als 2011. Sie verdienten im Schnitt 1,56 Millionen Euro. Viele große deutsche Häuser haben ihre Investmentbanker - traditionell die Top-Verdiener unter den Bankmitarbeitern - allerdings in London angestellt. Banker in der Schweiz sind in der Statistik nicht berücksichtigt.

          Boni im Schnitt fast vier Mal so hoch wie Fixgehalt

          Zumindest an der Einkommensstruktur der Banker-Millionäre wird sich vom nächsten Jahr an einiges ändern. Denn die EU hat die Boni für Banker in besonders risikoträchtigen Bereichen - insgesamt geschätzt 10.000 - auf das Doppelte des Fixgehaltes gedeckelt. Ohne ausdrückliche Zustimmung der Hauptversammlung dürfen die Boni nicht höher sein als das Grundgehalt. Die EU will damit Exzesse bremsen und die Orientierung der Banker am kurzfristigen Erfolg durch eine langfristige Sicht ersetzen.

          Millionenverdiener in Europas Banken
          Land Millionenverdiener Variabler Anteil Durchschnittsgehalt
          Belgien 15 59% 1,29 Mio €
          Bulgarien 0
          Dänemark 48 47% 1,46 Mio €
          Deutschland 212 68% 1,55 Mio €
          Estland 0
          Finnland 6 58% 1,26 Mio €
          Frankreich 177 79% 1,56 Mio €
          Griechenland 1 75% 1,24 Mio €
          Großbritannien   2714 79% 1,95 Mio €
          Irland 17 70% 1,45 Mio €
          Island 0
          Italien 109 55% 1,65 Mio €
          Lettland 0
          Liechtenstein 0
          Litauen 0
          Luxemburg 15 69% 1,58 Mio €
          Malta 0
          Niederlande 27 43% 1,47 Mio €
          Norwegen 23 68% 1,32 Mio €
          Österreich 19 46% 1,81 Mio €
          Polen 7 74% 1,93 Mio €
          Portugal 6 39% 1,36 Mio €
          Rumänien 1 0% 1,34 Mio €
          Schweden 20 45% 1,44 Mio €
          Slowakei 1 0% 1,32 Mio €
          Slowenien 0
          Spanien 100 58% 2,17 Mio €
          Tschechien 0
          Ungarn 9 72% 1,7  Mio €
          Zypern 3 50% 2,2 Mio €
          Quelle: EBA / Bloomberg

          2012 waren die Boni nach der am Freitag veröffentlichten EBA-Statistik im Schnitt fast vier Mal so hoch wie das Fixum. Für viele Investmentbanken wie die Deutsche Bank, Barclays oder HSBC, aber auch die europäischen Töchter von US-Banken wie Goldman Sachs oder J.P. Morgan bedeutet das: Sie müssen die erfolgsabhängigen Vergütungen kürzen und müssen im Gegenzug die Fixgehälter erhöhen, um ihre Leistungsträger nicht zu verlieren. Das stößt in den Banken auf Kritik. Denn so könne man nicht mehr auf das Auf und Ab an den Märkten reagieren und sitze in einer Flaute auf hohen Lohnkosten.

          Europaweit sind fast drei Viertel der Millionen-Verdiener Investmentbanker. In Deutschland sind es nur 100 von 211. Je 17 arbeiten in der Privatkundensparte und der Vermögensverwaltung, 78 in anderen Bereichen.

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