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Luftfahrt : Für 80 Dollar nach Asien

  • -Aktualisiert am

Schlange stehen: Hier gibts zwar nichts umsonst, aber billig ist es schon Bild: AFP

Air Asia will demnächst billige Langstreckenflüge anbieten. Ein riskantes Unterfangen. Denn die Vorteile der Billigflieger gelten nur eingeschränkt für längere Flugzeiten. Es ist wahrscheinlich, dass Fluggäste hier kritischer zwischen Komfort und Geldbeutel abwägen.

          Billig-Fluggesellschaften gibt es zuhauf. Vor allem in Amerika, Europa oder in Asien lehren sie die etablierten Linien seit Jahren das Fürchten und erobern Marktanteile von bis zu einem Viertel des Marktes. Doch seit der Ankündigung von Air Asia, einen regelmäßigen Dienst zwischen Asien und Großbritannien von Juli an zu starten, kommt jetzt die erste Billig-Fluggesellschaft auf der Langstrecke.

          Es ist bezeichnend, dass der erste Vorstoß von einer asiatischen Gesellschaft kommt. Schließlich gilt das Unterfangen als hoch riskant. Dass er von der Air Asia, dem asiatischen Marktführer, kommt, überrascht nicht, schließlich handelt es sich bei ihr um eine hochprofitable Gesellschaft, die eine Netto-Umsatzrendite von nahezu 15 Prozent erwirtschaftet hat. Zudem ist der Vorstandsvorsitzende der Air Asia, Tony Fernandes, einer der Pioniere der Billig-Fluggesellschaften in Asien und gilt als Visionär.

          Von Malaysia nach Europa, China und Indien

          Am Freitag kündigte Fernandes an, die neue Gesellschaft namens Air Asia X solle von Malaysia nach Europa, China und Indien fliegen. Als erste Adresse unter den europäischen Flughäfen gilt London. Das Ziel soll im Ein-Klassen-System für 80 bis 450 Dollar hin und zurück angeflogen werden. Das sind Preise, die am oberen Preisband bisher nur als Sonderangebote für Restplätze auf dem Markt waren.

          Billiger von Asien nach Europa als von Frankfurt nach Berlin

          Dennoch bedeutet das Vorhaben auf den Strecken aus Asien nach Europa ein gewisses Risiko für die vor fünf Jahren gegründete Gesellschaft, an der Fernandes die Hälfte des Grundkapitals der Muttergesellschaft Fly Asia Xpress (Fax) hält. Deshalb machten auch Spekulationen die Runde, Fernandes wolle mit europäischen Billig-Fluggesellschaften kooperieren. Doch die britischen Billigflieger Easyjet und Virgin Atlantic haben Berichte über eine weltweite Allianz mit der malaysischen Fluggesellschaft Air Asia zurückgewiesen. „Wir werden nicht Teil irgendeiner Allianz“, sagte ein Easyjet-Sprecher gestern. Auch Virgin Atlantic ließ wissen, der Konzern habe nichts damit zu tun.

          Das Geheimnis: Hohe Produktivität

          Denn Billig-Fluggesellschaften sind hocheffizient geführte Fluglinien, deren wirtschaftliches Geheimnis die hohe Produktivität der Flugzeuge ist. Je länger das Flugzeug am Tag genutzt wird und immer wieder neue Passagiere befördert, umso günstiger sind die Betriebskosten bei sonst gleichen Einkaufspreisen für die Flugzeuge. So soll die geplante Verdopplung der Airbus-Flotte von Air Asia um 100 A320 fast 5 Milliarden Euro kosten. Wobei die Mehrzahl der Flugzeuge auch künftig Mittelstrecken im asiatisch-pazifischen Raum bedienen werden. Für die Langstreckenpläne sind die Modelle Boeing 777 oder Airbus A330 im Gespräch.

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