https://www.faz.net/-gqe-rv7k

Lohnunterschiede : Männer sind risikofreudiger als Frauen

  • Aktualisiert am

Studie: 66 Prozent der Frauen wollen kein leistungsbezogenes Gehalt Bild: picture-alliance/ dpa/dpaweb

Eine Studie bietet eine neue Erklärung, warum es zwischen Männern und Frauen Lohnunterschiede gibt. Bei einem Test entschied sich die Mehrheit der Frauen für einen festen Lohn, die Männer wollten leistungsabhängig bezahlt werden.

          Frauen verdienen einer neuen Studie zufolge möglicherweise auch deshalb weniger, weil sie bei der Wahl ihrer Entlohnung weniger risikofreudig sind als Männer. Vor die Entscheidung gestellt, zwischen Fixgehalt und leistungsabhängiger Bezahlung zu wählen, votierten Frauen weit häufiger als Männer für die feste Entlohnung, auch wenn sie anders mehr verdienen könnten. Das ergab eine am Montag veröffentlichte Studie des Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA) und der Universität Bonn. Daß Frauen im Schnitt weniger verdienten als Männer, sei daher nicht unbedingt Ausdruck von Diskriminierung.

          Die Wissenschaftler hatten ein Experiment konzipiert, an dem insgesamt 119 Männer und 121 Frauen teilnahmen. Sie sollten über einen Zeitraum von zehn Minuten Zahlenpaare miteinander multiplizieren. Zuvor konnten sie sich entscheiden, wie sie dafür entlohnt werden wollten: Entweder erhielten sie die feste Summe von sieben Euro, oder sie ließen sich pro korrekt durchgeführte Multiplikation knapp 20 Cent ausbezahlen.

          „In unserem Experiment entschieden sich nur 44 Prozent aller Teilnehmerinnen für die leistungsabhängigen Bezahlungsvarianten, obwohl viele damit mehr hätten verdienen können“, faßte der Bonner Wirtschaftsprofessor Armin Falk die Ergebnisse zusammen. „Bei den Männern lag dieser Anteil dagegen bei 68 Prozent.“

          In der Studie seien auch Experimente zu Persönlichkeitsmerkmalen vorgenommen worden, sagte Falk. Dazu zählten beispielsweise Risikoaffinität, Egoismus und Einschätzung der eigenen Fähigkeiten. Männer seien danach eher als Frauen bereit, Risiken einzugehen. Der Befund dürfte zumindest zum Teil erklären, warum Frauen eher zum sicheren Fixlohn tendierten.

          Weitere Themen

          Ford streicht 7000 Stellen Video-Seite öffnen

          Sanierungsprogramm : Ford streicht 7000 Stellen

          Durch den Sparkurs sollen pro Jahr etwa 600 Millionen Dollar eingespart werden. Neben dem Abbau Tausender Stellen sind auch Werksschließungen nicht ausgeschlossen.

          Kein Android mehr für Huawei? Video-Seite öffnen

          Google-Boykott : Kein Android mehr für Huawei?

          Google kappt in weiten Teilen seine Geschäftsbeziehungen mit dem chinesischen Hightech-Konzern Huawei. Damit beugt sich Google nach eigenen Angaben dem neuen Dekret von Präsident der Vereinigten Staaten, Donald Trump, zur Telekommunikation. Das könnte weitreichende Folgen für Huawei-Nutzer haben.

          Topmeldungen

          Formel-1-Legende : Niki Lauda ist tot

          Niki Lauda ist gestorben: Der Österreicher wurde 70 Jahre alt. Nicht nur als Rennfahrer in der Formel 1 feierte der dreimalige Weltmeister Erfolge.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.