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Lohnunterschiede : Frauen verdienen ein Fünftel weniger als Männer

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Am Geldautomaten werden die Unterschiede bei den Gehältern deutlich. Bild: Anna Jockisch

Das Lohngefälle zwischen Männern und Frauen ist nach wie vor groß, wie Daten des Statistischen Bundesamtes zeigen. Das hat mehrere Gründe.

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          Das Lohngefälle zwischen Männern und Frauen ist auch 2014 nicht kleiner geworden. Frauen erhalten für ihre Arbeit durchschnittlich 22 Prozent weniger Geld als ihre männlichen Kollegen, teilte das Statistische Bundesamt am Montag mit. Ihr durchschnittlicher Bruttolohn pro Stunde lag bei 15,83 Euro, während Männer 20,20 Euro erhielten. Die Differenz blieb damit das fünfte Jahr in Folge unverändert. Im Westen ist die Lohnlücke besonders groß: Hier bekommen Frauen 23 Prozent weniger, im Osten sind es neun Prozent.

          Die erheblichen Lohnunterschiede führen die Statistiker auf die unterschiedliche Branchen- und Berufswahl zurück sowie auf die Tatsache, dass Frauen seltener Führungspositionen bekleiden. Frauen arbeiten zudem häufiger Teilzeit und sind weniger lang in ihren Berufen beschäftigt - vor allem wegen Auszeiten nach der Geburt von Kindern. Vergleiche man Männer und Frauen mit ähnlicher Qualifikation und ähnlichem Job, sinke der Verdienstunterschied pro Stunde auf sieben Prozent, erklärten die Statistiker.

          Während die Lohnkluft in Westdeutschland in den vergangenen Jahren um ein Prozentpunkt kleiner geworden ist, nahm sie im Osten seit 2009 um drei Punkte zu. Experten führen das auf die Entwicklung in der männerdominierten Industrie zurück, wo die Löhne von 2009 bis 2013 um fast zwölf Prozent zulegten. Im Gesundheits- und Sozialwesen, wo vor allem Frauen beschäftigt sind, fiel das Plus mit 6,7 Prozent deutlich geringer aus.

          Der Gender Pay Gap

          Die Statistiker stützen sich bei den die Einkommensunterschieden auf den so genannten Gender Pay Gap. Dieser ist die Differenz des durchschnittlichen Bruttostundenverdienstes der Männer und Frauen im Verhältnis zum Bruttostundenverdienst der Männer.

          Es gibt zwei unterschiedliche Arten des Gender Pay Gaps: Die unbereinigte Form vergleicht den Durchschnittsverdienst aller Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen in allgemeiner Form miteinander. Mithilfe des unbereinigten Gender Pay Gap werden auch Verdienstunterschiede erfasst, die durch schlechtere Zugangschancen von Frauen zu bestimmten Karrierestufen verursacht wird.

          Der bereinigte Gender Pay Gap hingegen misst den Verdienstabstand von Männern und Frauen mit vergleichbaren Qualifikationen und Tätigkeiten. Weil diese Berechnungen umfassender sind, ermittelt das Statistische Bundesamt diese Werte nicht jährlich.

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