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Lohngleichstellungsgesetz : Mehrarbeit mit Ansage

  • -Aktualisiert am

Manuela Schwesig prescht vor mit einem Gesetz zur Lohngleichheit. Wird das ein Bürokratiemonster? Bild: dpa

Künftig sollen Frauen erfahren dürfen, was ihre männlichen Kollegen in „gleicher oder gleichwertiger“ Arbeit verdienen. Hilft das den Frauen? Oder müssen sie einfach mal lernen, besser zu verhandeln?

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          Familienministerin Manuela Schwesig hat es mit ihrem Gesetzentwurf zur Lohngleichstellung geschafft, pünktlich zum Parteitag der SPD die wirtschaftsfreundlichere Haltung ihres Chefs Sigmar Gabriel abermals zu konterkarieren. Künftig sollen Arbeitnehmer in Unternehmen mit mehr als 500 Beschäftigten das Recht haben zu erfahren, was ihre Kollegen in „gleicher oder gleichwertiger“Arbeit verdienen.

          Frauen erhalten zwar fast 22 Prozent weniger als Männer. Doch ist dies nicht den Arbeitgebern geschuldet, sondern der eigenen Berufswahl oder Pausen durch Schwangerschaften und Kinderbetreuung, wie das Statistische Bundesamt ermittelt hat. Nur 7 Prozent der Abweichung lassen sich nicht durch diese Gründe erklären.

          Was ist eigentlich „gleichwertig“?

          Einen gesetzlichen Eingriff rechtfertigt diese Lücke nicht. Frauen müssen lernen, besser zu verhandeln. Das geplante Transparenzgesetz wird ihnen dabei kaum helfen.

          Als Streitpunkt dürfte sich der schwammige Begriff „gleichwertige“ Arbeit erweisen. Unternehmen droht abermals erhebliche Mehrarbeit und Bürokratie, auch die Gerichte dürften neue Beschäftigung finden. Beide könnten ihre Zeit sicherlich besser im Sinne der Gesellschaft nutzen.

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