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Liste veröffentlicht : Kuba erlaubt Privatwirtschaft in 178 Bereichen

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Fidel Castro Bild: dpa

Schon Anfang August hatte Kuba Lockerungen in Richtung Marktwirtschaft verkündet, um die sieche Wirtschaft anzukurbeln. Jetzt hat die kommunistische Führung in Havanna erstmals Details ihrer Privatsektor-Offensive in der Parteizeitung „Granma“ angekündigt.

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          In 138 verschiedenen Tätigkeiten können Kubaner künftig selbstständig werden und eigene Geschäfte aufziehen. Das teilte die sozialistische Regierung am Freitag in den staatlichen Medien mit. Außerdem dürfen die Einwohner Kubas ihre Wohnungen vermieten. Mit diesem Aufweichen der Planwirtschaft sollen soziale Härten durch die bevorstehenden Entlassungswellen im staatlichen Sektor gemildert werden.

          Schon Anfang August hatte Präsident Raul Castro den Kubanern Lockerungen in Richtung Marktwirtschaft verkündet, um die sieche Wirtschaft anzukurbeln (siehe Kuba erlaubt kleine Privatgeschäfte). In einer Rede vor der Nationalversammlung kündigte der Bruder und Nachfolger Fidel Castros an, dass Selbstständige leichter ihr Unternehmen anmelden könnten und dabei auch Arbeitskräfte einstellen dürften. Mit der Lockerung sollen nach Castros Vorstellungen neue Jobs für mehrere Hunderttausende Kubaner entstehen, die in den nächsten fünf Jahren ihre Arbeitsplätze in Staatsunternehmen verlieren dürften (siehe Kuba: Bald auch offiziell beschäftigungslos).

          Die Parteizeitung „Granma“ veröffentlichte am Freitag eine Liste mit den Berufen, die künftig auf eigene Rechnung betrieben werden dürfen: Unter anderem sind das Handwerker, Zimmermänner, Elektriker, Masseure, Mechaniker, Friseure, Programmierer, Hauspersonal, Fahrlehrer, Blumenverkäufer, Schuhputzer und viele andere.

          Die künftigen Freiberufler und deren Angestellten müssen Steuern zahlen und Beiträge zur Sozialversicherung leisten. In 83 der 178 Aktivitäten dürfen die „Unternehmer“ Angestellte beschäftigen, berichtete „Granma“ weiter. Es werde sogar überlegt, dass die Zentralbank Kredite an die Geschäftsgründer vergibt.

          Während die Zulassung von kleinen Geschäften und Handwerksbetrieben schon seit längerem eine beschlossene Sache ist, stellt die Vermietung ganzer Wohnungen eine Neuerung in Kuba dar. Bisher war nur die Vermietung von Zimmern in Wohnungen erlaubt.

          Auch dürfen kleine Restaurants und Bars auf eigene Rechnung betrieben werden. Privat-Restaurants, sogenannte Paladares, sollen künftig bis zu 20 Gäste bewirten dürfen, wie das Blatt weiter berichtete. Bislang lag die Grenze bei zwölf Plätzen, auch wenn sich viele dieser privaten Lokale auf der Karibikinsel nicht daran gehalten haben.

          Die kubanische Regierung hat die Reform unter dem Druck wirtschaftlicher Not begonnen. Weltwirtschaftskrise, Unwetterkatastrophen, Korruption und eine starre Planwirtschaft haben die Regierung gezwungen, auf Privatinitiativen zu setzen, um einen völligen Zusammenbruch des Systems zu verhindern.

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