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Liechtensteiner Steuer-Affäre : Anklage gegen Zumwinkel erhoben

  • Aktualisiert am

Klaus Zumwinkel Bild: ddp

Im Februar haben Fahnder seine Kölner Villa durchsucht. Monatelang ermittelten die Staatsanwälte. Jetzt haben sie den früheren Postchef wegen Steuerhinterziehung angeklagt. Die Anklage sei eingereicht worden, sagte ein Sprecher der Bochumer Staatsanwaltschaft am Freitag.

          Die Staatsanwaltschaft Bochum hat in der Liechtenstein-Steueraffäre Anklage gegen Ex-Postchef Klaus Zumwinkel erhoben. Die Anklage sei eingereicht worden, sagte am Freitag der Sprecher der Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Wirtschaftssachen, Bernd Bienioßek. Details wurden zunächst nicht bekanntgegeben, da die Anklage dem Betroffenen erst zugestellt sein muss. Der ehemalige Postchef steht im Verdacht, Millionen am Fiskus vorbei in liechtensteinischen Stiftungen versteckt zu haben.

          Die spektakuläre Durchsuchung des Kölner Wohnsitzes von Zumwinkel im Februar war der Auftakt für eine großangelegte bundesweite Razzia gegen Steuersünder. Der damalige Post-Chef selbst war von den Ermittlern verhört worden und blieb nur gegen eine hohe Kaution auf freiem Fuß.

          Anklageschrift noch nicht rausgeschickt

          Die Staatsanwaltschaft warf Zumwinkel, der allein bei seinem Konzern 2006 knapp drei Millionen Euro verdiente, damals vor, rund eine Million Euro an Steuern hinterzogen zu haben. Zur genauen Höhe der Zumwinkel aktuell zur Last gelegten Steuerhinterziehung wollte sie Staatsanwaltschaft am Donnerstag keine Angaben machen.

          Wegen der Affäre war Zumwinkel als Post-Vorstandschef und als Vorsitzender des Telekom-Aufsichtsrats zurückgetreten. Die Ermittlungen in der beispiellosen Steuer-Affäre beruhten auf Daten, die der Bundesnachrichtendienst gegen Zahlung eines Millionenhonorars von einem Informanten auf einer CD-ROM erhalten hatte. Sie enthielt Namen und Daten von Hunderten mutmaßlicher Steuerhinterzieher.

          Nach Bekanntwerden der Affäre zeigten sich zahlreiche Steuersünder selbst an, um unter Umständen Straffreiheit zu erlangen.Im bundesweit ersten Prozess um die Steueraffäre war im Juli ein Immobilienmakler vom Bochumer Landgericht zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe und einer Geldauflage von 7,5 Millionen Euro beurteilt worden. Die Summe entsprach der Höhe der hinterzogenen Einkommensteuer, die der Angeklagte gestanden hatte.

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