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Legalisierung von Marihuana : High in Colorado

Ein sichtlich erfreuter Kunde in einem Ladengeschäft in Denver Bild: AFP

Dass Colorado den freien Verkauf von Marihuana gestattet, ist weniger einer liberalen Gesinnung geschuldet. Es ist ein Zugeständnis an die Realität.

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          Die Vereinigten Staaten sind nicht gerade als liberale Hochburg bekannt, was Genussmittel mit Suchtpotential betrifft. Das Land gehörte zu den Vorreitern bei der Einführung von Rauchverboten. Das Mindestalter für den Einkauf von Alkohol liegt bei 21 Jahren und ist damit – verglichen mit dem Rest der Welt – sehr hoch. Insofern mag es überraschen, dass Amerika sich nun in der Legalisierungsbewegung für Marihuana in die erste Reihe katapultiert. Der Bundesstaat Colorado erlaubt seit ein paar Tagen den freien Verkauf der Droge.

          Damit fällt die bisherige Restriktion, die den Einkauf von Marihuana nur auf ärztliches Geheiß gestattete. Es gibt berechtigte Bedenken gegen diese Liberalisierung, etwa dass sie Jugendliche zum Drogenkonsum animieren könnte oder dass im Straßenverkehr womöglich mehr benebelte Autofahrer unterwegs sein würden. Der Schritt ist aber insofern konsequent, weil er die Realität anerkennt, dass die bisherige Beschränkung auf den therapeutischen Einsatz in vielen Bundesstaaten aufgeweicht und das ärztliche Attest zu einer Formalie geworden ist. Colorado hat somit nur eine Hürde entfernt, die sehr niedrig war. Weitere amerikanische Bundesstaaten werden folgen.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

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