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Provokative Plakate : Die armen Bauern?

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„Wenn alles bleibt, so wie es ist, kräht bald kein Hahn mehr auf dem Mist“ – mit Sprüchen wie diesem hat das Bundesumweltministerium die deutschen Bauern gegen sich aufgebracht. Bild: dpa

Werden Bauern durch die umstrittene Kampagne von Umweltministerin Barbara Hendricks lächerlich gemacht? Nicht nur die Bauern sind beleidigt – auch einige Politiker reagieren mit heftiger Kritik.

          Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) hat Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) für ihre Bauernregeln-Kampagne scharf kritisiert. Die Sprüche auf Plakaten seien nicht nur eine „Verunglimpfung, sondern eine Beleidigung“, sagte Seehofer auf dem Rossmarkt im oberpfälzischen Berching am Mittwoch. „Ich rufe die Umweltministerin auf, sich bei den Bauern zu entschuldigen.“ Die Kampagne mit elf Reimen kostet Angaben des Ministeriums zufolge 1,6 Millionen Euro. Sprüche wie „Steht das Schwein auf einem Bein, ist der Schweinestall zu klein“ hatten zuvor auch Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) und den Bauernverband erzürnt.

          Der baden-württembergische Landwirtschaftsminister Peter
          Hauk (CDU) forderte gar Hendricks' Rücktritt: „Mein Tipp an Frau Hendricks lautet: Plakate abreißen, einstampfen und dann zurücktreten“, sagte Hauk am Mittwoch in Stuttgart. Es sei verwerflich, so eine Kampagne mit Steuergeldern zu finanzieren.

          Gülle und andere Dünger belasten Böden und das Grundwasser mit Nitraten. Die Trinkwasseraufbereitung werde dadurch teurer, sagt das Umweltministerium. Bilderstrecke

          Auch der Bund der Steuerzahler äußerte sich kritisch. „Wenn zwei Bundesministerien grundsätzliche Auffassungsunterschiede zur Agrarpolitik haben, darf ein solcher Disput nicht mit einer millionenschweren steuergeldfinanzierten Werbekampagne ausgetragen werden“, erklärte der Verband der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. „Das ist Verschwendung - und nicht bauernschlau.“

          Glyphosat bleibt Streitpunkt

          Agrarminister Schmidt bekräftigte am Mittwochmorgen im ARD-„Morgenmagazin“: „Ministerien müssen ihre Positionen in der Regierung austragen und nicht auf Plakaten.“ Besonders ärgerlich sei, „dass die Bauern insgesamt diffamiert werden“. Durch die Kampagne aus dem Hause von Barbara Hendricks (SPD) seien Landwirte der Lächerlichkeit preisgegeben worden.

          Außerdem seien kritisierte Themen, etwa der Einsatz von Düngemittel, bereits angegangen worden. In der kommenden Woche solle ein Düngegesetz verabschiedet werden, bei dem auch das Umweltministerium mitgearbeitet habe. Statt Diffamierungen gehe es darum, zu liefern - „und der Landwirtschaftsminister hat geliefert“, sagte Schmidt.

          Ein weiterer Streitpunkt bleibt Glyphosat. Hendricks ist gegen den Einsatz des umstrittenen Unkrautvernichtungsmittels, Schmidt grundsätzlich dafür. Er halte sich an das, was die Wissenschaft sage, nicht was Kampagnen vorgäben, erklärte der CSU-Politiker: „Hier ist nicht Wahlkampf, hier muss nicht postfaktisch, sondern hier muss mit Fakten gearbeitet werden.“

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