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Fleischskandal in Südafrika : Känguru zur Brotzeit

Biltong: So sieht das Fleisch aus, wenn (hoffentlich) nur Wild drin ist Bild: AFP

Im südafrikanischen Nationalgericht Biltong sind Spuren von Pferd, Giraffe oder Känguru gefunden worden. Bei einigen Beimischungen kann es sich nicht um ein Versehen handeln.

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          Jetzt hat auch Südafrika einen Fleischskandal. Ausgerechnet im Biltong, dem Nationalgericht der Südafrikaner, soll nach Ermittlungen von Wissenschaftlern der Universität des Westkaps nicht nur das Fleisch enthalten sein, das auf dem Etikett ausgewiesen ist.

          Claudia Bröll

          Freie Autorin für die Wirtschaft in Südafrika.

          In 92 Prozent der Proben von Kudu-Biltong hätten sich Spuren von Pferd, Giraffe, Schwein, Rind und Känguru gefunden, ergab eine Studie, die jetzt im Wissenschaftsmagazin „Bio-Med Central“ veröffentlicht wurde.

          Kein Zusammenhang mit Skandal in Europa

          Insgesamt wurden 146 verschiedene Fleischproben untersucht, in 100 Fällen traten Unstimmigkeiten mit den Angaben auf der Verpackung auf. Biltong sind Fetzen getrockneten Fleisches, die von Südafrikanern zur Brotzeit verzehrt und von Touristen gerne als Andenken gekauft werden.

          Biltong aus Wildfleisch wie Kudu schätzen vor allem gesundheitsbewusste Konsumenten, weil es magerer ist und die Tiere nicht in Käfigen gehalten werden. „Bei einigen Beimischungen kann es sich nicht um ein Versehen handeln, denn Känguru beispielsweise muss importiert werden“, sagte die Wissenschaftlerin Maria Eugenia D’Amato.

          Sorge bereitet außerdem, dass Zebra-Biltong auch das Fleisch des Bergzebras enthielt, einer vom Aussterben bedrohten und geschützten Spezies. Nach Angaben der Forscher besteht kein direkter Zusammenhang mit dem Fleischskandal in Europa; die Untersuchungen stammen aus den Jahren 2009 bis 2012.

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