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Langzeitarbeitslose : Produktiver Stellenabbau

Bisweilen dienen die Angebote den Jobcentern dazu, den Arbeitswillen ihrer Kunden zu testen Bild: AP

Der erhebliche Abbau subventionierter Beschäftigungsverhältnisse ist für die meisten Arbeitslosen kein großer Verlust. Fördergeld fehlt an anderer Stelle.

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          So beherzt gehen Regierungen selten vor, wenn nicht gerade Wahlgeschenke zu verteilen sind. Die Zahl der staatlich geförderten Arbeitsgelegenheiten für Langzeitarbeitslose wurde seit 2010 von gut 350.000 auf weniger als die Hälfte zurückgestutzt. Und was die alte Regierung aus Union und FDP im Zuge eines Sparpakets begonnen hatte, setzt die neue Regierung mindestens bis dato fort. So viel Konsequenz verdient Respekt. In der aktuellen Arbeitsmarktlage gibt es freilich auch keinen Grund, Arbeitslose massenhaft in Beschäftigungstherapien fest- und damit aus der Arbeitslosenstatistik herauszuhalten.

          Solche Förderstellen mögen dort sinnvoll sein, wo sich Menschen etwa nach langer Krankheit wieder an das Arbeitsleben herantasten müssen; auch dienen sie Jobcentern zuweilen dazu, den Arbeitswillen schwieriger Kunden zu testen. Doch solange die Stellenvermittlung allzu oft noch scheitert, weil es schlicht an Kinderbetreuung oder Sprachkursen fehlt, ist Fördergeld dort besser angelegt. Eine spannende Frage bleibt, wie der neue Mindestlohn den Kurs der Koalition beeinflusst: Die Versuchung könnte groß sein, bald wieder mehr Arbeitslose in fragwürdige Maßnahmen hinein- und aus der Statistik herauszulotsen.

          Dietrich Creutzburg
          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

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