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Landwirtschaft : Milchbauern bekommen Rekordpreis

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Frisch gemolken: Milch in einem Kühltank Bild: ddp

Wegen niedriger Milchpreise hatten Landwirte vor einigen Jahren heftig protestiert. Inzwischen bekommen sie deutlich mehr Geld je Liter. Doch ihr Jubel bleibt verhalten.

          Der Erzeugerpreis für Milch ist auf den höchsten Stand seit fünfeinhalb Jahren gestiegen. Das geht aus den aktualisierten Monatsdaten der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung für Juni hervor. Für ein Kilo Milch erhielten die Bauern 36,51 Cent - rund 20Prozent mehr als im Vorjahr und annähernd so viel, wie heftig protestierende Landwirte vor einigen Jahren gefordert hatten. In der „Milchkrise“ der Jahre 2008 und 2009 war der Literpreis auf weniger als 22 Cent gefallen. Bauern hatten die Überproduktion und den Preisdruck durch den Handel dafür verantwortlich gemacht, strengere politische Mengenbegrenzungen gefordert und einen Milchpreis von 40 Cent als auskömmlich bezeichnet. In Jubelstürme brechen die Landwirte aber trotzdem nicht aus. Der Milchpreis sei nun „akzeptabel“, hieß es am Mittwoch vom Deutschen Bauernverband.

          Weil das Einkommen der Milchbauern in den vergangenen Jahren nicht befriedigend gewesen sei, „ist die momentane Auszahlungspreissituation aber absolut notwendig, um wieder innerbetriebliche Liquiditätsreserven aufbauen zu können“, sagte Milchreferent Simon Schlüter. Im Juli sei der Preis weiter gestiegen. Der für kleinbäuerliche Betriebe sprechende Verband BDM gab sich trotzdem unzufrieden.

          Die Kosten, etwa für Futter, seien stark gestiegen, nun fordere man 50 Cent, hieß es dort. Als Hauptgrund für das Preishoch gilt, dass Milchprodukte wie Käse und Milchpulver zunehmend ins Ausland verkauft werden. Wertmäßig macht der Export laut dem Milchindustrieverband fast die Hälfte der Produktion aus. Zuletzt stieg auch der Literpreis in den Supermärkten. Laut Statistischem Bundesamt verteuerte sich H-Milch im Jahresvergleich um rund ein Fünftel, Butter um ein Drittel.

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