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Ländergutachten : IWF lobt Deutschland

IWF-Hauptsitz in Washington DC Bild: dpa

Der Internationale Währungsfonds hat die deutsche Wirtschaftspolitik gelobt. Deutschland sei „ein wichtiger Anker der regionalen Stabilität“. Einige Mitglieder des politisch besetzten Exekutivdirektoriums fordern aber eine lockerere Haushaltspolitik.

          Der Internationale Währungsfonds (IWF) stellt der deutschen Wirtschaftspolitik ein insgesamt gutes Zeugnis aus. „Die Exekutivdirektoren lobten die deutschen Behörden für ein kluges ökonomisches Management, das die starken heimischen Fundamentaldaten, gesunde Bilanzen und ein gesundes Finanzsystem bewahrt“, heißt es in einem am Dienstag veröffentlichten Länderbericht des IWF. Allerdings seien die Risiken für den wirtschaftlichen Ausblick hoch. Der IWF rechnet für Deutschland in diesem Jahr nur mit einem realen Wachstum des Bruttoinlandsprodukts um 0,3 Prozent zum Vorjahresstand. Das Winterhalbjahr war durch die Investitionszurückhaltung wegen der Eurokrise belastet. Die tiefe Ausgangsposition drückt den gesamten Jahresdurchschnittswert.

          Philip Plickert

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Der Volkswirt“.

          Zwar soll es nun aufwärts gehen. Doch der Ausblick stehe unter dem Vorbehalt, dass sich der Rest der Eurozone langsam erhole. Das ist noch nicht sicher, klingt in dem Bericht der IWF durch. Einzig der deutsche private Konsum ist derzeit eine stabile Säule der Nachfrage. Die Investitionen würden wegen der Unsicherheit weiter verhalten bleiben. Deshalb liege das deutsche Wirtschaftswachstum in der zweiten Jahreshälfte auch noch unter dem Potential. Erst 2014 werde das Wachstum mit 1,3 Prozent so hoch sein wie das Potentialwachstum. Damit bleibt der IWF unter den Schätzungen vieler Institute, die für das kommende Jahr bis zu 1,9 Prozent Wachstum prognostizieren.

          IWF warnt vor „Übererfüllung der Haushaltsziele“

          Der IWF beschreibt bewundernd, wie sich robust sich Deutschlands Wirtschaft gehalten hat. Die Arbeitslosigkeit verharre auf dem niedrigsten Niveau seit der Wiedervereinigung. Die nach internationalen Standards berechnete Arbeitslosenquote werde von 5,6 auf 5,5 Prozent sinken. Deutschland sei „ein wichtiger Anker der regionalen Stabilität“. Insgesamt sieht der IWF die deutsche Haushaltspolitik als richtig an. Einige Mitglieder des politisch besetzten Exekutivdirektoriums fordern aber eine lockerere Haushaltspolitik von Deutschland. Es gebe nur eine „bescheidene Lockerung der Fiskalpolitik“.

          Kritik klingt in der Bemerkung an, dass eine „Übererfüllung der Haushaltsziele“ vermieden werden solle. Bekannt ist, dass besonders die amerikanische Regierung vor zu viel Sparen warnt. Einige IWF-Direktoren drängen Deutschland zu einem größeren Konjunkturstimulus. Konkret schlägt der IWF in dem Bericht geringere Steuern auf die Löhne vor. Damit würde die Binnennachfrage gestärkt. Insgesamt brauche Deutschland ein ausgewogeneres Wachstum.

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