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Isabel Schnabel : Künftige Wirtschaftsweise: Rente mit 63 „nicht gerecht“

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Zeigt wirtschaftspolitisches Profil: Isabel Schnabel Bild: Kaufhold, Marcus

Die künftige Wirtschaftsweise Isabel Schnabel kritisiert die Rentenpläne der großen Koalition. Es überrasche sie, „mit welcher Vehemenz Politiker an Maßnahmen festhalten, die fast alle für falsch halten“, sagte sie der F.A.Z.

          Das künftige Mitglied im Sachverständigenrat, Isabel Schnabel, hat das Rentenpaket der großen Koalition kritisiert und vor weiteren Gefahren im Bankensystem gewarnt. Im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (Donnerstagausgabe) sagte Schnabel zu den Rentenplänen: „Es überrascht mich, mit welcher Vehemenz Politiker an Maßnahmen festhalten, die fast alle für falsch halten.“  Die höhere Mütterrente und die abschlagfreie Rente mit 63 seien „nicht gerecht“, sagte die Mainzer Ökonomin. Die Reform gehe „unter anderem zu Lasten der jüngeren Generation, die ohnehin länger arbeiten muss und geringere Rentenansprüche hat.“ Den geplanten Mindestlohn lehnte Schnabel nicht rundweg ab, er müsse aber behutsam und an regionale Gegebenheiten angepasst eingeführt werden.

          Die Finanzmarktkennerin warnt davor, dass im Bankensystem schon kleine Schocks zur abermaligen Destabilisierung führen könnten, da Banken nicht genügend Eigenkapital hielten. Schnabel kritisiert, dass im Bankenstresstest der EZB die risikogewichtete Eigenkapitalquote betrachtet wird. „Man weiß aber, dass diese Größe nicht zuverlässig ist“, sagte Schnabel. Sie plädiert dafür, die „ungewichtete Eigenkapitalquote“ stärker als bisher zu betrachten. „Wir sind nach wie vor in einer Situation, in der Banken nicht hinreichend kapitalisiert und die Staaten zu stark verschuldet sind. Man kann sicherlich keine Entwarnung geben“, warnt Schnabel. Sie ist skeptisch, ob in künftigen Krisenfällen im Bankensystem tatsächlich die Gläubiger einer Bank an den Verlusten beteiligt werden. „Ich halte es für ausgeschlossen, dass man es schafft, den Steuerzahler vollständig aus der Verantwortung zu nehmen.“

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