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Kreditgeschäfte : Schatten über China

In China könnte die nächste Finanzkrise entstehen. Die außerbilanziellen Geschäfte der großen Staatsbanken beunruhigen.

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          Immer lauter warnen Finanzfachleute vor einer Krise in China, der zweitgrößten Volkswirtschaft. Als ein Hauptgrund gilt die Überschuldung von Unternehmen und Kommunen bei sogenannten Schattenbanken. Der Begriff ist irreführend. Weder handelt es sich um dubiose Geldverleiher in dunklen Hinterhöfen noch um Hedgefonds. Vielmehr sind in China die außerbilanziellen Geschäfte der großen Staatsbanken gemeint.

          Im Auftrag von Trustunternehmen und anderen Investmentgesellschaften bringen sie Kreditnehmer ohne verlässliche Bonität mit Anlegern zusammen, die bessere Renditen erwarten, als die Banken ihnen offiziell anbieten dürfen.

          Doch die Gleichung „hoher Zins, hohes Risiko“ geht nicht auf, wie sich derzeit zeigt. Denn der Staat traut sich nicht, in Not geratene Fonds ausfallen zu lassen, weil er den Zorn der Sparer ebenso fürchtet wie eine Kettenreaktion. Das System funktioniert nur, wenn sich für langfristige Ausleihungen genügend kurzfristige Investoren finden. Bleibt die Refinanzierung aus, droht eine enorme Liquiditätskrise. Die Gefahr wird deutlicher: Nicht nur die EU und Amerika haben ihr Wachstum auf Pump gebaut, sondern auch China.

          Christian Geinitz

          Wirtschaftskorrespondent in Berlin

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