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Kraftstoff : Die Deutschen kaufen kein E10 - obwohl sie’s könnten

  • -Aktualisiert am

Bild: dpa

Kaum jemand tankt das Biosprit-Gemisch „E10“. Dabei wird es günstiger verkauft als anderes Benzin. Und inzwischen kommen die meisten Autos problemlos damit zurecht.

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          Die deutschen Autofahrer tanken immer noch kaum E10-Benzin, obwohl es einige Cent billiger angeboten wird als das normale Superbenzin. Der Biosprit E10 macht nach wie vor nur 13 Prozent des Absatzes an deutschen Tankstellen aus. Das teilte der Mineralölwirtschaftsverband in Berlin mit.

          Der neue Kraftstoff enthält zehn Prozent aus Pflanzen hergestelltes Ethanol (Alkohol). Bei seiner Einführung vor gut einem Jahr waren es rund neun Prozent der Autofahrer, die E10 nachgefragt haben. Der Grund für die Zurückhaltung sind nicht etwa Zweifel an der Umweltfreundlichkeit von E10, sondern vielmehr die Befürchtung, das Kraftstoffgemisch könnte einen Motorschaden verursachen.

          99 Prozent aller Autos deutscher Hersteller können mit E10 fahren

          Dabei haben die Autohersteller längst grünes Licht gegeben: 99 Prozent aller Autos deutscher Hersteller könnten problemlos mit E10 betankt werden, erklärte der Autoindustrieverband VDA. Erstaunlich ist der Boykott des E10-Benzins auch angesichts des großen Ärgers der Autofahrer über die steigenden Benzinpreise.

          „Biokraftstoffe leisten einen wichtigen Beitrag für Klimaschutz und Versorgungssicherheit, weil sie helfen, die Abhängigkeit vom Öl zu reduzieren“ sagte Klaus Bräunig, Geschäftsführer des VDA auf einer Konferenz des Autofahrerverbands ADAC. Aus Pflanzen hergestellter Biosprit gilt einerseits als klimafreundlich, weil die Pflanzen beim Wachsen so viel Kohlendioxid absorbieren wie bei ihrer späteren Verbrennung freigesetzt wird. Andererseits wird ein Teil des Ethanols aus Pflanzenteilen hergestellt, die für den Menschen als Nahrungsmittel dienen können – etwa aus Getreide oder Zuckerrohr.

          Rund ein Jahr nach der Einführung von E10 in Deutschland sieht der ADAC die Angst der Autofahrer um ihre Motoren als komplett unbegründet an. „Uns ist bis heute kein Fall eines technischen Schadens gemeldet worden“, sagte Präsident Peter Meyer am Mittwoch in Berlin. Nach Angaben des VDA fahren in Deutschland nur drei Millionen Autos regelmäßig mit E10, obwohl fast alle die Benzinsorte vertragen. Um die gesetzlichen Vorgaben zu erfüllen, müssen die Mineralölkonzerne eine Quote von 6,25 Prozent Biokraftstoff erreichen. Verkaufen sie weniger Biokraftstoff müssen sie Strafen in Millionenhöhe zahlen.

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