https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/kommunikation-flurfunk-fatal-1227992.html

Kommunikation : Flurfunk fatal

  • Aktualisiert am
Schon gehört? Sie wollen dir ans Leder
          1 Min.

          Wer in deutschen Unternehmen arbeitet und wichtige Neuigkeiten über seine Firma wissen will, sollte an den Flurfunk angeschlossen sein. Wie die Personalberatung ISR am Mittwoch auf der Grundlage einer europaweiten Studie berichtete, erfahren 61 Prozent der Mitarbeiter in einem deutschen Betrieb „von wichtigen Veränderungen in der Regel durch Hörensagen“ und nicht vom Chef. Auf den Kommunikationsweg am Vorgesetzten vorbei sind Beschäftigte in den Niederlanden (62 Prozent), Frankreich und Großbritannien (je 67 Prozent) noch stärker angewiesen.

          Anders sieht es dagegen in skandinavischen Ländern aus. Dort gaben laut ISR nur 41 Prozent der Befragten an, daß ihre Informationen über die Entwicklungen im Unternehmen in erster Linie aus der betriebsinternen Gerüchteküche stammen. Die anderen fühlen sich rechtzeitig und gut unterrichtet.

          Die Folgen des Schweigens

          Die Kommunikation via Flurfunk hat nach Ansicht der ISR-Leiterin in Deutschland, Michaela Dabringhausen, allerdings Folgen: „Die wenigsten Führungskräfte machen sich klar, was sie durch ihr Schweigen anrichten.“ Mitarbeiter, die sich nicht hinreichend informiert fühlten, verlören das Vertrauen - und damit die Motivation. Diese sei aber entscheidend für die Produktivität.

          ISR befragt seit mehr als 30 Jahren Mitarbeiter aus internationalen Unternehmen zu Themen wie Engagement und Zufriedenheit im Unternehmen. Dabei stellte das Personalforschungs- und Beratungsunternehmen auch fest, daß interne Kommunikation offensichtlich Übungssache ist: „Unternehmen, die bereits Erfahrung mit Veränderungen wie Fusionen oder Personalabbau haben, schneiden durchweg besser ab als solche, die zum ersten Mal vor einer derartigen Situation stehen“, berichtete Dabringhausen.

          Eine Informationskultur dürfe nicht erst dann eingeführt werden, wenn Veränderungen anstünden oder eine Krise das Unternehmen treffe. Statt dessen sollten regelmäßige Meetings, Mitarbeiterzeitschriften, interne Informationsdienste und die aktive Nutzung des Intranet zum Standard gehören. „Viele Führungskräfte glauben, daß sie Entscheidungen erst dann kommunizieren dürfen, wenn auch der letzte Aspekt in trockenen Tüchern ist“, berichtete Dabringhausen weiter. Doch: Bis dahin sei der Flurfunk oft schneller.

          Weitere Themen

          Alu-Gießerei lässt den Ofen aus Video-Seite öffnen

          Knappes Gas : Alu-Gießerei lässt den Ofen aus

          Die Aluminium-Gießerei Röders aus Soltau übt schon für das Krisenszenario einer gedrosselten Gasversorgung. Schon jetzt hat Röders seinen Schicht-Betrieb umgestellt, um mit weniger Gas auszukommen. Die Umstellung sei mit Kosten verbunden, erklärt Firmenchef Gerd Röders.

          RWE will auf Gas-Umlage verzichten

          Nach hohen Gewinnen : RWE will auf Gas-Umlage verzichten

          Der Dax-Konzern sei „ein finanzstarkes und robustes Unternehmen“, sagt Vorstandschef Krebber. Im ersten Halbjahr verdiente RWE glänzend – und das aus gleich mehreren Gründen.

          Topmeldungen

          Porsche-Finanzchef Lutz Meschke

          Porsche-Finanzchef Meschke : Dirigent des Börsengangs

          Lutz Meschke soll Porsche aufs Finanzparkett führen. Die Macht des Finanzvorstands wächst, auch weil Porsche-Chef Blume jetzt parallel noch VW führt. Rückt Meschke bald an die Spitze des Sportwagenbauers?
          Das RWE Gas- und Dampfturbinenkraftwerk Gersteinwerk an der Lippe

          Nach hohen Gewinnen : RWE will auf Gas-Umlage verzichten

          Der Dax-Konzern sei „ein finanzstarkes und robustes Unternehmen“, sagt Vorstandschef Krebber. Im ersten Halbjahr verdiente RWE glänzend – und das aus gleich mehreren Gründen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.