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Lockerung der Sanktionen : Hoffnungswert Iran

  • -Aktualisiert am

Wenn die Sanktionen gegen Iran gelockert werden, könnte das auch deutschen Firmen Vorteile bringen. Doch die politischen Unwägbarkeiten sind noch nicht gebannt.

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          Wenn der Atomstreit mit Iran nun wirklich beigelegt werden sollte, dann haben die seit 2006 geltenden Sanktionen daran einen wesentlichen Anteil. In einer globalisierten Welt ist das Vorenthalten von Teilnahme und Teilhabe am Handel für ein einzelnes Land auf Dauer kaum mehr akzeptabel. Die Einbußen für die Bürger und die Konsequenzen für die Elite sind zu hart.

          Insofern sollte die Einigung von Lausanne den Westen in seinen Russland-Sanktionen im Ukraine-Konflikt bestärken. Für Iran aber muss gelten, dass die Sanktionen in dem Maße gestrichen werden, wie sich Zusagen als glaubwürdig erweisen.

          Große Hoffnungen auf schnelle Geschäfte sollte sich dennoch niemand machen, auch wenn der Modernisierungsbedarf enorm und die Nachfrage gewaltig ist. Noch sind die politischen Unwägbarkeiten nicht gebannt. Auch ist abzuwarten, wie Amerika sich verhält. Gerade mit Blick auf Iran hat Washington oft seine Macht demonstriert, Rechtsauffassungen exterritorial durchzusetzen, zum Schaden hiesiger Banken und Unternehmen. Mit China hat sich ein großer Wettbewerber bereits festgesetzt.

          Dennoch sind die Chancen groß. Denn Iran ist langfristig nicht nur als Absatzmarkt für deutsche Produkte interessant, auch als Lieferant von Gas könnte das Land für Europa an Bedeutung gewinnen - und eine willkommene Konkurrenz für Russland werden.

          Andreas Mihm

          Wirtschaftskorrespondent in Wien.

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