https://www.faz.net/-gqe-8bf7y

Kommentar : Zinsen und Ausreden

Die Federal Reserve in Washington Bild: dpa

Die Zinswende kommt für die amerikanische Wirtschaft nicht zum günstigsten Zeitpunkt. Jetzt sind Parlament und Regierung in der Verantwortung.

          1 Min.

          Selten wurde einer Sitzung der amerikanischen Zentralbank so viel Aufmerksamkeit geschenkt wie der aktuellen Zusammenkunft. Die Leitzinserhöhung trifft eine Volkswirtschaft, die nach der Finanzkrise nicht zu alter Stärke zurückgefunden hat.

          Das Wirtschaftswachstum dümpelt um die zwei Prozent herum. Die Arbeitslosenquote hat sich seit ihrem Höchststand Ende 2009 auf fünf Prozent halbiert. Doch viele Millionen Amerikaner tauchen in der Statistik nicht mehr auf, weil sie entmutigt die Arbeitssuche eingestellt haben. Die von der Fed seit 2008 praktizierte Nullzins-Politik hat in den ersten Jahren nach der Pleite der Lehman-Bank der vom Absturz bedrohten amerikanischen Volkswirtschaft Halt gegeben.

          So richtig in Schwung gekommen ist diese aber nie. Die ultralockere Geldpolitik mit ihrem ganzen unkonventionellen Waffenarsenal hat zugleich die falsche Erwartung genährt, dass Wirtschaftswachstum nur von ihr abhänge. Mit der Zinswende haben die anderen Akteure der Wirtschaftspolitik, die Parlamente und die Regierung, nun keine Ausrede mehr. Sie sind in der Verantwortung, die Wirtschaft zu stimulieren. Sie könnten mit einer Steuerreform beginnen.

          Winand von Petersdorff-Campen

          Wirtschaftskorrespondent in Washington.

          Folgen:

          Weitere Themen

          Volkswagen drohen neue Strafen in Amerika

          Abgasskandal : Volkswagen drohen neue Strafen in Amerika

          Der Autokonzern erleidet eine Niederlage vor einem amerikanischen Berufungsgericht. Die Entscheidung könnte aus Sicht der Richter zu weiteren „atemberaubenden Belastungen“ für VW führen.

          Eckhard Schulz stellt sie noch her

          Steeldrums : Eckhard Schulz stellt sie noch her

          Der Dortmunder ist ein Urgestein des Instrumentenbaus. Er erzählt, wie es dazu kam, dass er Steeldrums baut und die inzwischen so angesagten Handpans.

          Topmeldungen

          Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) Ende April in Berlin

          Machtkampf in der Union : Das Ende der Zerrissenheit?

          Merkel und Söder schrauben sich und ihre Parteien laut Umfragen in ungeahnte Höhen. Die Suche nach einem CDU-Vorsitzenden und einem Kanzlerkandidaten macht das immer schwerer.
          Wohin soll das Geld gehen? Jakob Blasel sagt: in die Zukunft. Zum Beispiel in die Windkraft.

          Fridays for Future : Verspielt nicht unseren Wohlstand!

          Die Corona-Krise trifft die Wirtschaft hart. Deutschland wird Unternehmen retten müssen. Fridays-for-Future-Aktivist Jakob Blasel sagt: Da hat die junge Generation ein Wörtchen mitzureden. Sie zahle ja auch die Zeche. Ein Gastbeitrag.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.