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Kommentar : Wiederbelebung

Die FDP braucht für ein wahres Comeback mehr als nur frische Gesichter. Ihre Chancen stehen aber nicht schlecht: Denn in Berlin mehren sich Rufe nach einem liberalen Gegengewicht.

          Riesenjubel bei der FDP nach den ersten Prognosen der Bremer Landtagswahl trotz eines Wertes nur knapp oberhalb der Fünf-Prozent-Hürde: Das zeigt, in welchem Tief sich die liberale Partei befunden hat. Nach dem Erfolg in Hamburg darf sie nun hoffen, dass ihr eine Art Wiederbelebung gelingt. In Bremen wie Hamburg dürften die Spitzenkandidatinnen Lencke Steiner und Katja Suding entscheidend dazu beigetragen haben, dass der FDP wieder ein attraktiverer Ruf beigemessen wird.

          Doch die FDP wird selbst wissen, dass es mehr als frische Gesichter braucht, um die Partei wieder fester in der deutschen Politik zu verankern. Ob die Bremer Wahl tatsächlich schon eine Richtungsanzeige war, wie FDP-Chef Christian Lindner in einer ersten Reaktion äußerte, werden die Wahlen in Baden-Württemberg, Sachsen-Anhalt und Rheinland-Pfalz erst im kommenden März zeigen.

          Die Chancen der FDP stehen gar nicht so schlecht. In Berlin jedenfalls mehren sich die Stimmen, die nach einem liberalen Gegengewicht rufen. Das gilt vor allem für die Sozialpolitik mit Vorruhestandsregelung oder Mindestlohn. Dazu müsste die FDP aber noch erheblich mehr an Kraft gewinnen.

          Michael Psotta

          Redakteur in der Wirtschaft, verantwortlich für den Immobilienteil.

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