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Kommentar : Wachstum und Quote

  • -Aktualisiert am

„Mehr Wachstum“ tönt es auf jedem Krisentreffen verzweifelt. Mehr Wachstum gibt es aber nicht mit mehr Quote. Welche Köpfe Unternehmen brauchen, wissen sie selbst am besten. Mehr Aufstiegshilfe vom Staat brauchen die Frauen jedenfalls nicht.

          Jetzt gilt es Daumen zu drücken. Zehn EU-Länder wehren sich gegen den Versuch der EU-Kommission, Aufsichtsräten eine Frauenquote von mindestens 40 Prozent zu diktieren. Leider ist Deutschland nicht dabei, mit der Quotenkeule liebäugeln ja auch hier mehr oder weniger ungeniert alle Parteien.

          Schön, wenn sich die Widerständler trotzdem durchsetzten. Die Quote wäre ein weiterer Eingriff in den Kernbereich des Unternehmertums, das Personal. Und man darf wetten, dass sich die Politik nicht lange damit zufriedengeben wird, bloß den Aufsichtsrat zu quotieren. Der nächste Schritt ist der Vorstand.

          Erst kommen die großen Unternehmen dran, später die kleinen. So hindert man Unternehmen, sich auf den Wettbewerb zu konzentrieren und dadurch jene Gewinne zu erwirtschaften, die notwendig sind, um Europa aus der Schuldenkrise zu ziehen.

          „Mehr Wachstum“ tönt es auf jedem Krisentreffen verzweifelt. Mehr Wachstum gibt es aber nicht mit mehr Quote. Es entsteht, wenn Unternehmen am Markt erfolgreich sind. Welche Köpfe sie dazu brauchen, wissen sie selbst am besten. Zunehmend setzen sie auf Frauen, auch in Führungspositionen. Mehr Aufstiegshilfe vom Staat brauchen die Frauen nicht.

          Heike Göbel

          Verantwortliche Redakteurin für Wirtschaftspolitik, zuständig für „Die Ordnung der Wirtschaft“.

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