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Kommentar : Wachstum tut nicht weh

Hauptsache, das Wirtschaftwachstum verschwindet, dann geht es auch der Umwelt gut? Falsch. Die Ideologie des „Club of Rome“ ist nicht schlüssig.

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          Hauptsache, das Wirtschaftwachstum verschwindet, dann geht es auch der Umwelt gut: Die alte Ideologie des „Club of Rome“ trieft auch aus seinem neuen Bericht, aber wahrer wird sie dadurch nicht.

          Zurecht stellen die Autoren fest, dass in vielen reichen Ländern der Wohlstand für viele Bürger nicht richtig wächst. Das liegt allerdings nicht daran, dass die Wirtschaft im Übermaß gewachsen wäre. Im Gegenteil: Die Wachstumsraten in den reichen Staaten schrumpfen von Jahrzehnt zu Jahrzehnt, und die Welt versucht ratlos, sie wieder in die Höhe zu treiben. Wenn das gelingt, wird es den Menschen wieder besser gehen.

          Das verträgt sich, wo nötig, auch mit einer sorgfältigen Klimapolitik. Denn für Wirtschaftswachstum sind nicht unbedingt viele Ressourcen nötig. Das wertvollste börsennotierte Unternehmen der Welt heißt Apple und verdient sein Geld damit, dass es riesige Rechenleistung in kleine Smartphones packt. An Rang zwei steht Google, dessen Wertschöpfung vor allem in Computerprogrammen und Datenanalyse besteht.

          Aber dieser Gedanke scheint bei den Autoren des „Club of Rome“ nicht angekommen zu sein. Sie wollen den Menschen lieber das Kinderkriegen ausreden.

          Patrick Bernau
          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft und „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

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