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Kommentar : Überschätzter Krippen-Stichtag

Auch wenn die Zahl der Krippenplätze und die der Betreuer immer noch nicht ausreicht: Der Krippenausbau ist mitnichten gescheitert. Warum man den Stichtag nicht so wichtig nehmen sollte.

          Reicht die Zahl der Krippenplätze für Kleinkinder nun aus? Sind genügend Betreuer da? Und gilt das, außer im Durchschnitt, auch in jeder einzelnen Stadt? Das sind naheliegende Fragen an einem Tag, an dem Eltern erstmals einen Anspruch auf einen Krippenplatz haben. Ebenso naheliegend ist die Antwort: Nein - irgendwo zwischen Flensburg und Oberstdorf wird es Städte geben, in denen das Angebot kurzfristig nicht der Nachfrage entspricht. Und es wird damit auch Städte geben, in denen die Betreuungsqualität, gemessen an der Zahl der Betreuer, nicht so gut ist wie in anderen. Ist der Krippenausbau deswegen gescheitert?

          Abermals nein. Die Einführung einer staatlichen Versorgungsgarantie bringt so etwas unvermeidlich mit sich, weil der Staat das Verhalten einzelner Bürger - erfreulicherweise - nicht genau steuern kann.

          Davon abgesehen, sollte man den Stichtag 1. August nicht so wichtig nehmen. Allemal ist das Krippenangebot stark gewachsen. Und falls es nun noch ein wenig dauert, bis sich überall alles eingepegelt hat, ist das nach Jahrzehnten ohne Versorgungsgarantie kein Untergang. Immerhin zwingt der Staat weiterhin niemanden, sein Kind in eine Krippe zu geben, deren Qualität er misstraut.

          Dietrich Creutzburg

          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

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