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Kommentar : Trump und die Börsen

  • -Aktualisiert am

Die Wirtschaft fürchtet sich vor Trumps populistischen Eingriffen. Bild: dpa

Lange haben die Märkte Donald Trump gefeiert. Doch so langsam kehrt Ernüchterung ein. Bald wird es die ersten Enttäuschungen geben.

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          Langsam merken es auch die Börsen: Donald Trump ist unberechenbar und kann eine Gefahr für den Aufschwung an den Aktienmärkten sein. Bisher jubelten die Märkte dem gewählten amerikanischen Präsidenten, der kommende Woche sein Amt antritt, begeistert zu. Seit den Wahlen im November sind die amerikanischen Aktienkurse um zehn Prozent gestiegen, und auch der deutsche Dax hat sich mitgefreut. Doch am Mittwoch und am Donnerstag haben die Börsen zum ersten Mal Angst bekommen.

          Denn Trump schlug in seiner ersten Pressekonferenz nach seinem Wahlsieg keine so versöhnlichen Töne an wie direkt nach der Wahl. Er attackierte wieder und erinnerte damit daran, wovor alle sich sorgen: vor Protektionismus und Strafzöllen und vor populistischen Eingriffen in die Wirtschaft. Diesmal traf es die Pharmabranche. Die Medikamentenpreise seien zu hoch. Die Unternehmen fürchten nun einen Preisdeckel. Auch seine Rhetorik gegen Mexiko hat er nicht entschärft. Trump will weiter amerikanische Unternehmen bestrafen, die dort investieren und nicht in der Heimat. In den vergangenen Wochen wurden schon einzelne Unternehmen mit Trumps berüchtigten Twitternachrichten unter Druck gesetzt. Auf der anderen Seite hörte die Öffentlichkeit bei Trumps Auftritt wenig zu den Programmen, die bisher die Kurse nach oben trieben: zu Steuersenkungen und dem Infrastrukturausbau.

          Auch Analysten warnen vor zu viel Euphorie

          Die Börse reagierte darauf erst mal negativ, die Kurse fielen. Am Freitag ging es dann zwar noch mal aufwärts, aber die Märkte sind nun gewarnt: Trump bringt nicht nur steigende Kurse.

          Es könnte sogar sein, dass die Trump-Rally sich dem Ende nähert. Schon seit Mitte Dezember ist der größte Schwung vorbei, und die Kurse dümpeln ungefähr auf dem damaligen Niveau. Nur die Technologiewerte an der Börse Nasdaq legten noch ein bisschen zu. Immer mehr Analysten warnen vor zu viel Euphorie. Wenn Trump von kommender Woche an regiert, wird sich rasch zeigen, welche Ankündigungen er in welcher Schärfe in Gesetzesform gießen will. Das kann einige Enttäuschungen bei Steuersenkungen und Mehrausgaben und einiges Entsetzen bei anderen Maßnahmen verursachen. Das ist nicht der beste Zeitpunkt, um Aktien zu kaufen. Vor allem nicht angesichts der schon teuren Kurse. Und auch die deutschen Aktien würden sich einem Schwächeanfall amerikanischer Aktien nicht entziehen können.

          Dyrk Scherff
          Redakteur im Ressort „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

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