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Kommentar : Teure Renten-Bastelei

Damit das Rentensystem bezahlbar bleibt, hat die Politik vor Jahren das Absinken des Rentenniveaus beschlossen. Im Wahlkampf sollte jetzt nicht voreilig daran herumgebastelt werden.

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          Die neuen Zahlen des Forschungsinstituts IW bestätigen die Annahmen aus dem Dunstkreis des Bundesarbeitsministeriums: Ein Herumbasteln am Rentensystem, das ein weiteres Absinken des Rentenniveaus verhindern soll, ist für die Beitragszahler nicht bezahlbar. Schon in weniger als zehn Jahren müsste der Rentenbeitragssatz auf mehr als 22 Prozent steigen. Das ist keine gute Nachricht für Arbeitnehmer, Arbeitgeber und den Bund, der über den Bundeszuschuss immer mitbezahlt.

          Die Koalition darf deshalb nicht im Wahlkampf-Wahn voreilig an den sensiblen Stellschrauben des Rentensystems drehen. Interessant ist der Hinweis der IW-Forscher, dass schon heute die Hälfte der Rentenzahlungen niedriger oder kaum höher als die staatliche Grundsicherung liegen – und doch gelten nur drei Prozent der Rentner als „arm“.

          Auch wenn das Rentenniveau weiter sinkt, muss also auf Haushalts-Gesamteinkommen und Vermögen geschaut werden, um das Armutsrisiko der Alten richtig einzuordnen. Eine Personengruppe indes wird Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles wohl bald mit einer Pflichtvorsorge beglücken müssen: die Solo-Selbständigen, die heute durch alle Renten-Raster fallen.

          Kerstin Schwenn

          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.

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