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Kommentar : Terror, virtuell und real

  • -Aktualisiert am

Innenminister Thomas de Maizière klagt über das „unerträgliche Ausmaß von gewaltverherrlichenden Spielen im Internet“. Viele vernünftige Menschen sehen das anders.

          Thomas de Maizière ist ein besonnener Mann. Wenn der Bundesinnenminister und CDU-Politiker nach dem Amoklauf von München sagt, es sei klar, dass das unerträgliche Ausmaß von gewaltverherrlichenden Spielen im Internet auch eine schädliche Wirkung auf die Entwicklung von Jugendlichen habe, dann sagt er das nicht ohne einen – aus seiner Sicht – guten Grund. Die Frage ist allerdings, ob das tatsächlich, wie der Minister ebenfalls sagte, kein vernünftiger Mensch bestreiten könne.

          Denn das tun durchaus viele vernünftige Menschen. Einen direkten Zusammenhang zwischen solchen Spielen und Gewaltakten in der Wirklichkeit kann man nicht seriös nachweisen.

          Ebenfalls in Verruf geratene Internetplattformen wie Facebook oder Twitter, über die sich Hass verbreiten kann, haben auch ihre guten und schlechten Seiten. So bedrückend die Lage in München sein mag: Terror und Gewaltverherrlichung haben zwar in keinem Medium etwas zu suchen, aber den Schritt von der virtuellen Welt in die Realität gehen die Täter aus anderen Gründen. Und dabei dürften das soziale Umfeld und die psychische Verfassung jeweils eine größere Rolle spielen.

          Carsten Knop

          Chefredakteur digitale Produkte.

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