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Kommentar : Stuttgarter Tiefschlag

Die Baustelle von Stuttgart 21: Der Tiefbahnhof wird wohl erst später als geplant fertig gestellt. Bild: dpa

Der Tiefbahnhof sprengt den Kosten- und Zeitrahmen. Den Vergleich mit einer anderen berüchtigten Großbaustelle in Deutschland muss Stuttgart 21 spätestens jetzt ertragen.

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          Gerade feierten die Eisenbahner die Eröffnung des Gotthard-Tunnels und 25 Jahre ICE. Nun sind die tollen Tage schon wieder vorbei. Die jüngste Hiobsbotschaft betrifft „Stuttgart 21“. Dort droht, was auf deutschen Großbaustellen jetzt stets passiert: die Sprengung von Zeit- und Kostenrahmen. Die Ursachen klingen bekannt, es geht um Brandschutz, Lärmschutz, Artenschutz.

          Die Deutsche Bahn, wichtigster Partner in der Projektgesellschaft, tut sich seit jeher schwer, das Vorhaben schönzurechnen. Vor drei Jahren stand der unterirdische Bahnhof auf der Kippe. Damals rangen sich alle Beteiligten zum Weiterbau durch. Der Bahn-Aufsichtsrat trug die Aufstockung des Finanzrahmens um 2 auf 6,5 Milliarden Euro mit. Schon dieser Betrag kratzt an der Grenze des Vertretbaren: Bei ein paar Cent mehr wäre es billiger gewesen, die Sache abzusagen.

          Für die neuen Risiken wird zuerst Bahn-Vorstand Volker Kefer haften müssen, der wie kein anderer Verantwortung übernommen hat. Zeit und Geld sind so aber nicht zu gewinnen, die Fehler liegen im System. Die Bauherren von „Stuttgart 21“ müssen deshalb den Vergleich mit dem Desaster-Flughafen BER ertragen, auch wenn sie ihn scheuen.

          Kerstin Schwenn

          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.

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