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Kommentar : Schwierige Geschäfte mit Iran

Nach fast 10 Jahren werden die Sanktionen gegen Iran ausgesetzt. Die deutsche Wirtschaft wittert schon große Aufträge. Doch Geschäfte mit Iran bleiben zweifelhaft.

          Die deutsche Wirtschaft kann es kaum erwarten. Erst wenige Stunden sind die Handelssanktionen gegen Iran aus der Welt, da wittern Industrieunternehmen und Maschinenbauer das große Geschäft. Immerhin leben in dem eben noch geächteten Staat fast 80 Millionen potentielle Kunden – und die alten Fabriken und Ölförderanlagen warten darauf, erneuert zu werden. Was gestern für die Konzerne ein Tabu war, ist nun erlaubt.

          Aber ist alles, was rechtens ist, auch richtig? Es scheint die Unternehmen und Verbände nicht zu stören, dass der arabische Raum einem Pulverfass gleicht und sich die Regionalmacht Iran dem hochgerüsteten Saudi-Arabien gegenübersteht.

          Die Kontrahenten gelten zwar als Verbündete im Kampf gegen den sogenannten Islamischen Staat, sie sind aber in der Vergangenheit selbst durch Nähe zu terroristischen Gruppen aufgefallen. In Jemen sind sie in einen Stellvertreterkrieg verwickelt, Oppositionelle müssen in Teheran mit brutalen Repressionen rechnen.

          Bei aller Freude über die politische Annäherung in der Atomfrage ist von den deutschen Unternehmen mehr Fingerspitzengefühl zu erwarten. Auf die zu einfache Formel „Wandel durch Handel“ zu verweisen, greift zu kurz.

          Johannes Pennekamp

          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaftsberichterstattung, zuständig für „Die Lounge“.

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