https://www.faz.net/-gqe-7lr5x

Kommentar : Schulden-Notopfer

Bevor überschuldete Euroländer in eine Staatspleite rutschen, sollten sie besser eine einmalige Vermögensabgabe einführen, rät die Bundesbank. Gut so.

          Bevor nun besorgte Deutsche mit dem Spaten in den Garten laufen, um ihre Ersparnisse oder Goldbarren zu vergraben und so vor dem Zugriff des Fiskus zu retten, sollten sie kurz innehalten. Es geht (vorerst) nicht um eine Vermögensabgabe in Deutschland. Die Bundesbank hat, wie schon der IWF, angesichts der in der Krise stark gestiegenen Staatsschulden eine Vermögensabgabe angeregt, falls eine Staatsinsolvenz droht.

          Statt wieder die solideren Eurostaaten für die Schuldenländer haften zu lassen, wäre es gerechter und ordnungspolitisch besser, die vermögenden Bürger in den Krisenstaaten selbst zur Kasse zu bitten. Die Bundesbank traut sich kaum anzudeuten, für welche Staaten das in Frage käme, zum Beispiel für Griechenland, Spanien oder Italien.

          Eine EZB-Studie hat gezeigt, dass die privaten Vermögen in den meisten Peripherieländern im Durchschnitt deutlich größer waren als die der Deutschen. Von den Slowaken, die man zur Euro-Rettung mitverhaftet hat, ganz zu schweigen. In Griechenland gibt es einige Superreiche. Statt sich auf Kosten der Steuerzahler anderer Länder retten zu lassen, sollten Pleitestaaten die privaten Vermögen für ein Notopfer heranziehen.

          Philip Plickert

          Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in London.

          Folgen:

          Topmeldungen

          Dr. Ruth Gomez arbeitet  im universitären Kinderwunschzentrum in Mainz als Pränataldiagnostikerin.

          Spezielles Verfahren : Einzige Chance auf ein gesundes Kind

          In der Mainzer Universitätsklinik sind zum ersten Mal Babys nach einer Präimplantationsdiagnostik auf die Welt gekommen. In das ethisch umstrittene Verfahren setzen verzweifelte Paare ihre ganze Hoffnung.
          Bald nicht mehr vonnöten: Eine gelbe Krankschreibung.

          Digitale Krankschreibung : Der „gelbe Schein“ wird verschwinden

          Es geht um Millionen Zettel: Das Kabinett hat heute die Abschaffung der Krankschreibung auf Papier beschlossen. Außerdem steigen die Hartz-4-Sätze, Paketzustellern soll geholfen und überflüssige Bürokratie abgeschafft werden. Wir zeigen, was die Beschlüsse bringen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.