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Kommentar : Rote Preisfummler

  • -Aktualisiert am

Die großen Supermärkte sollen ihre Einkaufspreise offenlegen, fordert ein SPD-Minister. Es ist schon der zweite, der ein merkwürdiges Verständnis von Konkurrenz zeigt.

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          Ein zweiter Wirtschaftsminister der SPD offenbart ein merkwürdiges Verständnis von Markt und Wettbewerb. Reinhard Meyer, der das Ressort in der rot-grünen Regierung in Schleswig-Holstein verwaltet, möchte die vier großen Einzelhandelskonzerne zwingen, ihre Einkaufspreise offenzulegen.

          Die Konkurrenz soll künftig genau wissen, was der andere dem Lieferanten für seine Waren zahlt - und bei gleicher Menge Anspruch auf denselben Preis haben. Das begrenze die Marktmacht, argumentiert Meyer in einem Brief an seinen Parteikollegen Gabriel. Der ist als Bundeswirtschaftsminister bekanntlich gerade dabei, die beklagte Marktmacht auf anderem Weg noch zu vergrößern.

          Weiß Meyer nicht, dass er den Wettbewerb zerstört, wenn er völlige Einkaufspreistransparenz fordert? Wie Unternehmen ihre Lieferbeziehungen gestalten, ist elementarer Bestandteil des Geschäftserfolgs, nicht nur im Handel. „Der Segen liegt im Einkauf“, sagen Unternehmer. Wer lebendigen Wettbewerb will, der muss respektieren, dass Strategie und Kalkulation die Konkurrenten nichts angehen. Befürchten muss man, dass die politische Preisfummelei Beifall findet, nicht nur in der SPD. Es wäre nicht das erste Mal.

          Heike Göbel
          Verantwortliche Redakteurin für Wirtschaftspolitik, zuständig für „Die Ordnung der Wirtschaft“.

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