https://www.faz.net/-gqe-8hyaw

Kommentar : Richtige Zuwanderung

Die Bundesregierung will qualifizierten Fachkräften die Zuwanderung erleichtern. Das ist auch in Zeiten der Flüchtlingskrise vernünftig.

          1 Min.

          Die Flüchtlingskrise hat in Europa die Debatte über richtige und falsche Zuwanderung neu angefacht. Zu Recht verweisen die Kritiker einer überbordenden (deutschen) Willkommenskultur darauf, dass sich viele Flüchtlinge nicht so reibungslos in Arbeitsmarkt und Wirtschaftsleben integrieren lassen, wie mancher in Berlin und Brüssel das gerne hätte. Es wäre jedoch ein großer Fehler, wenn Europa sich deshalb jedweder Zuwanderung verschlösse.

          Die EU braucht qualifizierte Zuwanderer, wenn sie angesichts des demographischen Wandels und des Fachkräftemangels in vielen Zukunftsbranchen international wettbewerbsfähig bleiben will – auch wenn sich durch Zuwanderung allein keines dieser Probleme lösen lässt. Es ist deshalb richtig, wenn die EU-Kommission die erfolglose „Blue Card“ für Fachkräfte aus Drittstaaten überarbeiten will. Bisher ist diese für kluge Köpfe, welche die Wahl zwischen den Vereinigten Staaten oder Kanada und der EU haben, schlicht zu unattraktiv.

          Auch die Öffnung für anerkannte Flüchtlinge ist sinnvoll, um ihr Potential für die Wirtschaft zu nutzen. Nur einen Fehler sollte niemand machen: zu glauben, dass sich damit der Migrationsdruck mindern ließe.

          Hendrik Kafsack

          Wirtschaftskorrespondent in Brüssel.

          Folgen:

          Weitere Themen

          Kampf ums Architektenhonorar

          FAZ Plus Artikel: Planung und Einwände : Kampf ums Architektenhonorar

          Damit die Vergütung der Architekten fällig wird, müssen strenge Voraussetzungen beachtet werden. Von Bauherren kann es vielfältige Einwände geben, erklärt der Rechtsanwalt Friedrich-Karl Scholtissek in seinem Gastbeitrag.

          Topmeldungen

          Das Impfzentrum in Trier im Februar.

          Ungenutzter Corona-Impfstoff : Macht Gerechtigkeit beim Impfen Deutschland langsam?

          Die Kühlschränke der Impfzentren sind voll, doch die Impfquote bleibt mäßig. Wie stark bremst das Ziel der gerechten Impfstoffverteilung Deutschland gerade aus? Die Situation in den Bundesländern ist sehr unterschiedlich.
          Die Vorläufer der Greensill Bank sitzen seit 1927 in Bremen

          Finanzhaus Greensill in Not : Zitterpartie für deutsche Sparer

          Eine britisch-australische Finanzgruppe hat auch von deutschen Privatanlegern viel Geld erhalten. Nun gerät Greensill Capital in Schieflage – und beantragt Insolvenzschutz. Sparer sollten wissen, was auf sie zukommt.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.