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Tobias Piller (tp.)

Kommentar : Renzi auf der Titanic

  • -Aktualisiert am

Italiens Ministerpräsident Renzi will höhere Schulden machen, um die Wirtschaft anzukurbeln. Das zeigt vor allem, dass er die Wirtschaftsprobleme seines Landes nur ausschnittsweise versteht.

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          Italiens Ministerpräsident Renzi vergleicht Europa mit dem Orchester auf der Titanic. Sein Rezept für die Rettung ist einfach: möglichst viel Defizit im Staatshaushalt, am besten 5 oder 6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts wie in Großbritannien oder Spanien. So hätten auch die Vereinigten Staaten Investitionen, Innovation und schließlich Wachstum gefördert.

          Leider zeigt Renzi damit, dass er die Wirtschaftsprobleme seines Landes nur ausschnittweise versteht. Ein höheres Haushaltsdefizit brachte Italien zuletzt vor allem mehr Verschwendung, aber nicht mehr öffentliche Investitionen.

          Aber die Investitionen und Innovationen der privaten Unternehmen blieben weit unterhalb des Möglichen. Wenn Renzi ein Defizit von 2,5 Prozent als Ausdruck der Austerität ansieht und noch mehr Geld ausgeben will, würde der Staatsanteil noch weiter wachsen. Ausgeblendet wird, dass nur die Schuldengarantien der europäischen Partner und die niedrigen Zinsen der EZB diesen sorglosen Umgang mit dem Defizit erlauben. Vergessen hat Renzi wohl auch die Griechen. Die hatten lange Zeit die von ihm herbeigewünschten großen Haushaltsdefizite. Inzwischen ist Griechenland fast so untergegangen wie die Titanic.

          Tobias Piller
          Wirtschaftskorrespondent für Italien und Griechenland mit Sitz in Rom.

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