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Kommentar : Polen und der Euro

Polens Präsident Bronislaw Komorowski fordert eine Debatte über den Beitritt zur Euro-Zone. Bild: Reuters

Polen hatte bislang keine Eile der Euro-Zone beizutreten. Die Furcht vor Russland bringt nun Bewegung in die Debatte.

          Bronislaw Komorowski ist ein politischer Profi. Der polnische Präsident hat der neuen Regierung in Warschau mit auf den Weg gegeben, die Debatte um den Eurobeitritt seines Landes voranzutreiben. Der Zeitpunkt ist klug gewählt. Denn lange war mit der Gemeinschaftswährung an der Weichsel kein Staat zu machen. Schließlich gilt die Abwertung des Zloty als einer der Gründe, warum Polen so gut durch die Wirtschaftskrise kam.

          Dass die Nachbarn in der Slowakei für Südeuropas Schulden zahlen durften, hat ein Übriges getan. Doch der Ukraine-Konflikt hat die politische Dimension der Währungsunion wieder in den Vordergrund gerückt. Aus Furcht vor Russland könnten viele Polen größere Nähe der westlichen Nachbarn suchen, so wie schon die baltischen Nachbarn Estland und Lettland.

          In Polen müsste für die Integration über den Geldbeutel jedoch die Verfassung geändert werden. Bislang standen die Chancen dafür schlecht, weil Oppositionsführer Jaroslaw Kaczynski diesen Schritt kategorisch abblockte. Nun bringt die Krise des östlichen Nachbarn zumindest Bewegung in die Debatte. Komorowski will dieses Zeitfenster nutzen.

          Sven Astheimer

          Verantwortlicher Redakteur für die Unternehmensberichterstattung.

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