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Kommentar : Normalisierung der Geldpolitik

Die Federal Reserve steht kurz vor einer Zinserhöhung. Es ist fraglich, ob die gute wirtschaftliche Entwicklung Donald Trump zu verdanken ist. Die Börsianer sind jedenfalls gut drauf.

          Die Wahrscheinlichkeit, dass die Federal Reserve (Fed) den nächsten Schritt auf dem Pfad zur Normalisierung der Geldpolitik schon Mitte März geht, ist deutlich gestiegen. Der Grund ist nicht die wirtschaftspolitische Agenda des Präsidenten Donald Trump. Denn hier ist die Unsicherheit noch greifbar.

          Die große Steuerreform, das gewaltige Konjunkturprogramm und die umfassende Deregulierung sind nicht gewiss, was Dimension, Zeitpunkt und Gegenfinanzierung angeht. Wenn der nächste Leitzinsschritt in Kürze wahrscheinlicher wird, dann liegt das stark an den Konjunkturdaten. Vom Arbeitsmarkt kommen so positive Nachrichten wie lange nicht mehr, doch auch Indikatoren für industrielle Aktivität, Einzelhandelsumsätze und den Absatz langlebiger Konsumgüter weisen nach oben, ganz ohne Konjunkturpaket.

          Dieses positive ökonomische Umfeld lässt die Börsianer eine Straffung der Geldpolitik mit Gelassenheit hinnehmen. Sie haben nicht mehr die Sorge, dass der Zinsschritt zu früh kommt. Bleibt die Frage, wem die Entwicklung zu verdanken ist. Nach Trumps Wahlsieg sind zahlreiche Stimmungsindikatoren nach oben gegangen. Das nimmt die Fed zur Kenntnis.

          Winand von Petersdorff-Campen

          Wirtschaftskorrespondent in Washington.

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