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Kommentar : Merkel, nervös

  • -Aktualisiert am

Auf den letzten Metern vor der Wahl kommen die SPD und ihr Kandidat nochmal in Schwung. Dass die Kanzlerin nervös wird, merkt man an Kleinigkeiten.

          Nur im Wahlspot der CDU sitzt die Bundeskanzlerin immer noch gelassen im Sessel. Tatsächlich zeigt Angela Merkel Nerven angesichts des Schwungs, der die SPD und ihren Kandidaten auf den letzten Metern erfasst hat. Man merkt es an Kleinigkeiten: So steht nun selbst die Kanzlerin abends zur besten Sendezeit dem Nachrichtensprecher ohne erkennbaren Grund für ein Interview zur Verfügung. Für so etwas hat Merkel sonst ihre Minister. Doch jetzt muss sie ran, denn die verzweifelte Zweitstimmen-Kampagne der FDP wird die Union Gewicht kosten.

          Sollte es am Ende doch nicht mehr für Schwarz-Gelb reichen, ginge Merkel geschwächt in Verhandlungen über eine große Koalition, in denen sie sich womöglich einer im Schlussspurt erstarkten SPD gegenübersieht. Die Sozialdemokraten dürften vom Tief der Grünen profitieren und vom unermüdlichen, strategisch geplanten Einsatz an zigtausenden Haustüren, der selbst dem Gegner Respekt abnötigt. Auch in der Union hatte mancher zum Klingeln geraten, doch so viel Mühe mit dem Bürger wollte man sich nicht machen. „Doppelt hält besser“, wirbt die Union nun um jedes Kreuz. Sie müsste weniger bangen, hätte sie ihren Wahlkampf unter diesem Motto geführt.

          Heike Göbel

          Verantwortliche Redakteurin für Wirtschaftspolitik, zuständig für „Die Ordnung der Wirtschaft“.

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