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Kommentar : Lohn und Risiko

Die Forderung nach höheren Löhnen hat immer Konjunktur. Das weiß auch Martin Schulz. Neben ihm macht ein ganz anderer Ratgeber für die deutsche Lohnpolitik auf sich aufmerksam.

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          Die Forderung nach höheren Löhnen hat immer Konjunktur. Denn ganz gleich, wie die Entwicklung der Vergangenheit gewesen sein mag – die Hoffnung auf mehr Einkommen verschwindet nie.

          Das weiß auch SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz. Mit seinen jüngsten Äußerungen zur Lohnpolitik und deren vermeintlichen Nachholbedarf hat er den Spielraum des Populären jedoch bis an die Grenze des statisch vertretbaren gedehnt.

          Zum einen ist die Lohnentwicklung in Deutschland schon in den vergangenen Jahren jedenfalls im Durchschnitt so günstig gewesen wie zuvor lange nicht. Zum anderen sind die Unternehmensgewinne, auf die er sich bezog, ein heikler Maßstab – allein schon weil Gewinne jährlich schwanken. Ob er den Arbeitnehmer das für ihre Löhne auch zumuten will?

          Daneben gibt zu denken, dass derzeit noch ein ganz anderer Ratgeber für die deutsche Lohnpolitik auf sich aufmerksam macht: der amerikanische Präsident Trump, der der deutschen Industrie unterstellt, den Weltmarkt mit Dumping-Produkten zu erobern. Wenn Trump sich ebenfalls starke Lohnerhöhungen für deutsche Metaller wünscht, dann darf man bezweifeln, dass er zuerst an deren Wohlstand denkt.

          Dietrich Creutzburg
          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

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