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Kommentar : L’allemand, non merci

Die deutsche Sprache ist in Frankreich ein Trumpf auf dem Arbeitsmarkt. Schade, dass weniger Franzosen sie beherrschen als früher.

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          Die geplante Reform des Fremdsprachenunterrichts in Frankreich steht unter einem schlechten Stern. Selbst die französische Wirtschaft fürchtet jetzt um ein wichtiges Qualifizierungsmerkmal für die unerlässliche Internationalisierung. Die sozialistische Regierung plant zwar auch einige positive Veränderungen, um das veraltete System der Mittelschule zwischen der sechsten und der neunten Klasse zu modernisieren.

          Doch die Abschaffung von speziellen Fremdsprachenklassen, in denen Deutsch und Englisch intensiver unterrichtet wird, gehört nicht dazu. Sie ist dem Irrglauben geschuldet, dass die Gleichmacherei zu Fortschritt führt. Doch alle Schüler mit dem gleichen Angebot über einen Kamm zu scheren senkt die Anreize, sich anzustrengen, und verstärkt die Gefahr, viele Schüler zu unterfordern.

          Insgesamt mag die Zahl der Fremdsprachen-Stunden gleich bleiben oder leicht steigen - verteilt auf viele Köpfe und Jahre, garantiert dies kein besseres Ergebnis. Die deutsche Sprache ist in Frankreich ein Trumpf auf dem Arbeitsmarkt. Leider geht selbst am Rhein die Zahl der Grenzgänger zurück, weil die Franzosen die Fremdsprache weniger beherrschen als früher. Schade.

          Christian Schubert

          Wirtschaftskorrespondent in Paris.

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