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Kommentar : Kriminelle Barzahler

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Deutschland wäre eine Zuflucht für Kriminelle, nur weil man hier noch hohe Beträge bar zahlen kann. Mit solchen ungeheuerlichen Behauptungen wird im Finanzministerium für eine Grenze der Barzahlungen gekämpft.

          Deutschland ist ein „Hort für Kriminelle“. Das sagt Michael Meister (CDU), Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesfinanzministerium. Damit meint er nicht den lodernden Hass in Bautzen, auch nicht die Übergriffe in Köln. Er verdächtigt Deutschland generell, nur weil es hierzulande keine Grenze für Barzahlungen gibt, wie in sechs anderen EU-Ländern übrigens auch.

          Das ist ein starkes Stück. Ein Regierungsmitglied bezichtigt das eigene Land der Zuflucht für Kriminelle – und zieht als Beleg für diese ungeheuerliche Behauptung eine fragwürdige Studie heran, die sein Amt in Auftrag gegeben hat.

          Die harte Kritik an dieser wachsweichen Studie durch anerkannte Schwarzgeldforscher perlt am Finanzministerium ebenso ab wie die Aussage des Bargeld-Direktors der EZB, wonach zwar behauptet, aber nicht bewiesen werde, dass hauptsächlich Kriminelle den 500 Euroschein nutzten.

          Wieso ist in Italien trotz Bargeldgrenze die Mafia zuhause? Warum konnten in Paris trotz eines noch schärferen Verbots die IS-Terroristen so furchtbar zuschlagen? Berlin scheut eine echte Debatte. Also geht es bei dem Vorstoß zur Unzeit nicht bloß um Kriminelle.

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