https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/kommentar-kleines-immergruen-15066546.html
 

Kommentar : Kleines Immergrün

  • -Aktualisiert am

Gute Stimmung bei den Grünen. Bild: dpa

Die Grünen haben auf ihrem Parteitag ungewöhnlich viel Geschlossenheit demonstriert. Woher kommt dieses unerwartet hohe Maß an Parteidisziplin?

          1 Min.

          Ein Grünen-Parteitag ohne Stolperer für die Parteiführung? Undenkbar. In der CDU sorgte es für Schnappatmung, als der Parteitag die doppelte Staatsbürgerschaft ablehnte – gegen den Willen der Kanzlerin. Bei den Grünen dagegen ist es systemimmanent, Pläne des Vorstands zu durchkreuzen, selbst wenn das den Aktionsradius der Partei und ihre Machtoptionen beschneidet. Ein Basta von oben, ein Appell an mehr Realismus und Solidarität mit der Führung kann nach hinten losgehen.

          Gemessen daran, war der jüngste Grünen-Parteitag ein Ausbund an Parteidisziplin. Abgesehen von ein paar Ausreißern – der schlimmste von ihnen aus dem inzwischen sogar von Grünen als Parallelwelt erkannten Berliner Bezirk Kreuzberg – war der Wille spürbar: Wir wollen regieren und uns dieses Mal nicht im Weg stehen.

          Zwar musste die Parteispitze schlucken, dass die Ehe für alle nun die rote Linie jeglicher Koalitionsverhandlungen ist. Und den Kohleausstieg hat sie sicherheitshalber selbst vordatiert. Angesichts der desolaten Umfragen aber dämmert es den Grünen, dass sie ohne Geschlossenheit und zumindest einen Hauch realpolitischer Spielräume die eigene Bedeutungslosigkeit herbei diskutieren.

          Energische Rede : Hofreiter betont Regierungswillen der Grünen

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Russische Rekruten vor einem Rekrutierungsbüro in der Stadt Krasnodar

          Mobilmachung in Russland : „Unsere Kinder sind kein Dünger!“

          In den Regionen macht sich Unmut über die Massenmobilisierung breit. Im Gebiet Irkutsk wird auf einen Wehrkomissar geschossen, in Dagestan gibt es Proteste. Eine Viertelmillion Russen soll das Land schon verlassen haben.
          Die Vorsitzende der „Brüder Italiens“, Giorgia Meloni, im Hauptquartier der Partei in der Wahlnacht in Rom.

          Wahl in Italien : Melonis Triumph über die Alphatiere

          Warum haben Giorgia Meloni und die Brüder Italiens die Wahl gewonnen? Eine Antwort lautet: Weil sie vielen Wählern neu und unverbraucht erschienen – im Gegensatz zu ihren Konkurrenten Berlusconi, Salvini, Letta und Renzi.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.