https://www.faz.net/-gqe-8qnj4

Kommentar : Kein Plastik ins Meer

Große Industrieunternehmen machen sich stark für Recycling von Plastik. Das ist nur zu begrüßen. Allerdings mangelt es noch an Erziehung.

          1 Min.

          Kunststoff ist ein beliebtes Material. Sein Rohstoff ist in großen Mengen vorhanden und billig. Kunststoff lässt sich bei niedrigen Temperaturen verarbeiten, ist formbar, elastisch, bruchfest, leicht und temperaturbeständig. Daher wird er bevorzugt genutzt für Verpackungen, technische Formteile, Textilfasern oder Dämmmaterial.

          Jährlich werden 300 Milliarden Kilogramm Kunststoffe erzeugt. Sie haben einen ganz großen Nachteil: Sie verrotten nicht. Kunststoff gehört daher nicht in den Wald und schon gar nicht ins Meer.

          Das Plastik schwimmt Jahrhunderte als Müll in den Ozeanen. Zerkleinert wird es von Tieren gefressen, die daran zugrunde gehen, oder es wird pulverisiert vom Plankton aufgenommen und gelangt damit in Nahrungskette des Menschen. Kunststoffe sollten daher möglichst in geschlossenen Kreisläufen wiederverwendet oder verbrannt werden.

          Dass jetzt große Industrieunternehmen dem Recyclinggedanken international zu mehr Durchschlagskraft verhelfen wollen, ist nur zu begrüßen. In Deutschland passiert in dieser Hinsicht schon sehr viel. Wenn man an manchem Waldweg, Bahndamm oder Autobahnstück dennoch das Gefühl hat, über eine Müllhalde zu fahren, liegt das am fehlenden Respekt gegenüber Menschen und Umwelt. Hier mangelt es an Erziehung, nicht an Recyclingmöglichkeiten.

          Georg Giersberg

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Der Betriebswirt“.

          Folgen:

          Weitere Themen

          Mit Kanonen auf Spatzen schießen

          Streit um Verhältnismäßigkeit : Mit Kanonen auf Spatzen schießen

          Im juristischen Streit um die Corona-Maßnahmen, den Berliner Mietendeckel und die Maßnahmen der EZB geht es stets um die Verhältnismäßigkeit. Wie viel Freiheitsbeschränkungen darf der Staat seinen Bürgern also zumuten?

          Ein Pilz als Restaurant-Retter?

          Neues Image in der Krise : Ein Pilz als Restaurant-Retter?

          Weil er zu viel Kohlendioxid in die Luft bläst, ist der Heizpilz bislang in vielen Städten verboten. Doch jetzt werden viele Verbote aufgehoben, denn der Heizpilz soll die Gastronomie retten.

          Topmeldungen

          Nordkoreas Machthaber Kim : Stalinist mit PR-Qualitäten

          Tausendsassa, Basketballfan und Trumps Männerfreund: Seit zehn Jahren ist Kim Jong-un der starke Mann in Nordkorea – seit knapp neun an der Spitze des Regimes. Dabei ist der skurrile Diktator Projektionsfläche für Wünsche und Erwartungen. Doch als Reformer enttäuscht er auf ganzer Linie.

          Zum Tod von Wolfgang Clement : Eigenständig und zuweilen unbequem

          Er hat Wirtschaftspolitik in den letzten Jahren stets größer gedacht als seine alte sozialdemokratische Partei. 2008 verließ Wolfgang Clement die SPD. Im gesellschaftlichen und politischen Leben blieb er aber bis ins hohe Alter präsent. Ein Nachruf.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.