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Kommentar : Kein Plastik ins Meer

Große Industrieunternehmen machen sich stark für Recycling von Plastik. Das ist nur zu begrüßen. Allerdings mangelt es noch an Erziehung.

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          Kunststoff ist ein beliebtes Material. Sein Rohstoff ist in großen Mengen vorhanden und billig. Kunststoff lässt sich bei niedrigen Temperaturen verarbeiten, ist formbar, elastisch, bruchfest, leicht und temperaturbeständig. Daher wird er bevorzugt genutzt für Verpackungen, technische Formteile, Textilfasern oder Dämmmaterial.

          Jährlich werden 300 Milliarden Kilogramm Kunststoffe erzeugt. Sie haben einen ganz großen Nachteil: Sie verrotten nicht. Kunststoff gehört daher nicht in den Wald und schon gar nicht ins Meer.

          Das Plastik schwimmt Jahrhunderte als Müll in den Ozeanen. Zerkleinert wird es von Tieren gefressen, die daran zugrunde gehen, oder es wird pulverisiert vom Plankton aufgenommen und gelangt damit in Nahrungskette des Menschen. Kunststoffe sollten daher möglichst in geschlossenen Kreisläufen wiederverwendet oder verbrannt werden.

          Dass jetzt große Industrieunternehmen dem Recyclinggedanken international zu mehr Durchschlagskraft verhelfen wollen, ist nur zu begrüßen. In Deutschland passiert in dieser Hinsicht schon sehr viel. Wenn man an manchem Waldweg, Bahndamm oder Autobahnstück dennoch das Gefühl hat, über eine Müllhalde zu fahren, liegt das am fehlenden Respekt gegenüber Menschen und Umwelt. Hier mangelt es an Erziehung, nicht an Recyclingmöglichkeiten.

          Georg Giersberg

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Der Betriebswirt“.

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