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Kommentar : Hoeneß und der Applaus

  • -Aktualisiert am

Erst 3,5 Millionen oder 5 Millionen, dann 18,5 Millionen und jetzt sogar 23 oder 27 Millionen Euro! Darf‘s noch ein bisschen mehr sein?

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          Wer soll Uli Hoeneß glauben, er wolle reinen Tisch machen, wenn die Summe der hinterzogenen Steuern jeden neuen Prozesstag weiter nach oben schnellt? Warum musste das Finanzamt nach seiner Selbstanzeige ein Jahr lang auf die Unterlagen von seiner Bank warten?

          Es ist richtig, wenn sich das Gericht Zeit nimmt und prüft, woher das Geld kam. Da könnte es einige Überraschungen geben. Denn bis heute gelten im Fußball (Handgeld) andere Gesetze als in normalen Branchen.

          Offenbar zockte Hoeneß tagsüber mit dreistelligen Millionenbeträgen auf Teufel komm raus. Und abends ging er in die Talk Shows des Staatsfernsehens, um als Publikumsliebling voller Entrüstung zu fordern: „Das Zocken gehört verboten!“

          Verglichen mit seiner Hinterziehung sieht die Kaution von 5 Millionen Euro geradezu mickrig aus. Peinlich ist es, wie sich die Bayern-Aufsichtsräte wegducken. Die Chefs von Adidas, Telekom und VW predigen in ihren Firmen Enthaltsamkeit, trinken aber selbst als Ehrengäste in der Allianz-Arena Champagner und glauben, der Applaus über das Triple mache alles vergessen.

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