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Kommentar : Flüchtlingswohnungen

In den Metropolen wird es bald wohl zu einem Kampf zwischen ärmeren Haushalten und Immigranten um die wenigen günstigen Wohnungen kommen. Um das zu lindern, sollten die Städte mehr Baugrund ausweisen.

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          Allmählich lässt sich auch auf dem Immobilienmarkt erahnen, welche erheblichen Folgen der Zuzug der Flüchtlinge haben wird. Dabei geht es nicht um die kurzfristige Unterbringung, sondern um dauerhafte Unterkünfte. Das Kölner Institut der deutschen Wirtschaft schätzt, dass dafür jährlich mindestens 100.000 Wohnungen gebaut werden müssten.

          Das klingt illusorisch, weil es schon ohne Flüchtlinge Wohnungsmangel vor allem in den Ballungsräumen gibt. Genau dort aber wird es viele Zuwanderer hinziehen, schon der Arbeitsplätze wegen.

          So lässt sich absehen, dass es zwischen den ärmeren Haushalten und den Immigranten zu einem Kampf um die wenigen günstigen Wohnungen in den Metropolen kommen wird. Lässt sich diese Not lindern?

          Ein Ansatz mag sein, leere Wohnungen auf dem Land wieder herzurichten – falls sie nicht zu weit von den Arbeitsplätzen entfernt liegen. Doch der Ansatz hat seine Grenzen, weil derartige Wohnungen ja meist wegen der unattraktiven Lage aufgegeben wurden. Letztlich helfen wohl auch hier die schon länger gültigen Rezepte: mehr Baugrund ausweisen, Regulierungen zurücknehmen und private Investoren ermuntern.

          Michael Psotta

          Redakteur in der Wirtschaft, verantwortlich für den Immobilienteil.

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